Apple bringt mit HomeView einen Bildschirm für Küche, Wohn- oder Schlafzimmer. In den USA kostet das Gerät 299 Dollar. Ab 13. November soll es dort und in weiteren Ländern erhältlich sein. Deutschland fehlt auf der Liste. Apple schreibt ausdrücklich, dass HomeView in der EU nicht verkauft wird, weil Siri AI auf dem iPhone hier nicht verfügbar ist. Die nächste Technikneuheit ist angekündigt, die deutschen Kunden dürfen Bilder davon anschauen.
Dabei ist HomeView mehr als ein digitaler Bilderrahmen. Das Gerät hat ein sieben Zoll großes Display, Lautsprecher und eine Kamera für FaceTime. Es steht auf dem Tisch oder hängt an der Wand. Es erkennt bis zu sechs Personen und zeigt ihnen jeweils eigene Nachrichten, Termine und Fotos. Über den Bildschirm lassen sich Licht, Heizung, Türschloss und Sicherheitskameras bedienen. Bis zu neun Kamerabilder können gleichzeitig erscheinen. Siri AI soll Gespräche führen, Fragen beantworten und in Verbindung mit einem passenden iPhone oder iPad auch persönliche Informationen aus Apps nutzen.
Apple bietet das Tischgerät in vier Farben an; für die Wandmontage gibt es ein eigenes Modell. Beide kosten in den USA 299 Dollar. In Australien, Großbritannien, Indien, Kanada, Neuseeland und den USA kann bereits vorbestellt werden, Singapur folgt am 15. Oktober. Ein deutscher Preis und ein EU-Termin fehlen. Hinzu kommt Apples eigene Baustelle: Siri AI auf HomeView startet zunächst nur auf Englisch. Eine deutsche Sprachversion ist bislang nicht angekündigt.
Zum neuen Heimangebot gehört außerdem die Apple Home Collection. Die von LG und Schneider Electric entwickelten Geräte werden direkt mit der Home App eingerichtet, ohne zusätzliche Herstellerkonten. LG liefert eine Videotürklingel mit zwei Kameras für 249,95 Dollar, eine Außenkamera für 299,95 Dollar, eine Innenkamera für 199,95 Dollar und eine Flutlichtkamera für 399,95 Dollar. Sie erkennen etwa Personen, Fahrzeuge und Pakete. Aufnahmen lassen sich mit einem passenden iCloud+ Abo zehn Tage lang speichern.
Dazu kommen ein LG-Türschloss für 349,95 Dollar, das sich beim Näherkommen mit kompatiblem iPhone oder Apple Watch öffnet, sowie Thermostate von LG und Schneider Electric für jeweils 199,95 Dollar. Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren kosten jeweils 39,95 Dollar. Die Kameras sollen zunächst in Großbritannien, Kanada und den USA erscheinen, das Schloss und die Thermostate nur in Kanada und den USA. Apple nennt für dieses Zubehör keinen deutschen Marktstart. Einen Zusammenhang zwischen dessen begrenztem Verkaufsstart und dem EU-Streit behauptet Apple jedoch nicht.
Bei HomeView tut Apple genau das. Der Konzern macht den Digital Markets Act und die Forderung der EU-Kommission verantwortlich, andere Sprachassistenten auf iPhone und iPad technisch gleichzustellen. Apple warnt, ein zu weit gehender Zugriff fremder Assistenten könne private Daten gefährden. Die Kommission hält dagegen, das EU-Recht verbiete Siri AI keineswegs; Apple müsse lediglich einen regelkonformen Zugang für Konkurrenten anbieten. Beide Seiten streiten über Macht und Schnittstellen. Für Käufer ist das Resultat viel schlichter: Das Produkt gibt es hier nicht.
Das ist schon der zweite Einschlag dieses Konflikts. F-NEWS berichtete bereits, wie die neue Siri auf iPhone und iPad in der EU verschoben wurde. Auch der Streit um die Öffnung des iPhone für andere Geräte und Dienste zeigt, wie tief Brüssel inzwischen in die Produktgestaltung hineinregiert. Wettbewerb zu fördern ist ein ehrenwertes Schlagwort. Wenn am Ende ein Gerät gar nicht erst in den Handel kommt, klingt es für den Kunden wie Hohn.
Besonders absurd: Auf dem Mac ist Siri AI in der EU nach Apples Angaben verfügbar, auf iPhone und iPad nicht. Und weil Apple sein neues Wohnungsdisplay an diese mobile Siri bindet, bleibt auch HomeView draußen. Brüssel und Cupertino können ihre Schuldzuweisungen noch monatelang austauschen. Ein deutscher Vorbestellknopf erscheint dadurch nicht.








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