ACV verlangt Kaufprämie auch für gebrauchte E-Autos

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Der ACV Automobil-Club Verkehr fordert, die staatliche E-Auto-Förderung auf Gebrauchtwagen auszuweiten. Seine Begründung: Für viele Haushalte ist ein Neuwagen unerschwinglich, während die seit Januar geltende und seit Mai beantragbare Prämie nur beim Kauf oder Leasing neuer Fahrzeuge greift. Der Club nennt das lebensfremd. Er verschweigt allerdings, dass auch eine Prämie für Gebrauchtwagen von Menschen finanziert würde, die selbst keinen Elektroantrieb kaufen oder sich überhaupt kein Auto leisten können.

Als Beleg für den Bedarf führt der ACV Zahlen von AutoScout24 an. Im September habe die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos 67 Prozent über dem Durchschnitt von Januar und Februar gelegen; gegenüber August seien die Kaufanfragen um 26,8 Prozent gestiegen. Das belegt ein wachsendes Interesse. Ob Interessenten an fehlenden Zuschüssen scheitern, lässt sich daraus nicht ablesen. Der ACV macht aus einer Marktbeobachtung dennoch eine Forderung an die Staatskasse.

Substanzieller ist der zweite Punkt seiner Pressemitteilung: Gebrauchte Elektroautos brauchen vergleichbare Angaben zum Zustand ihrer Batterien. Ein Zertifikat gibt es zwar schon von verschiedenen Anbietern, doch die Berechnung des sogenannten State of Health ist nicht einheitlich. Käufer können damit kaum beurteilen, ob zwei ausgewiesene Werte tatsächlich dasselbe bedeuten. Bei einem Bauteil, das Preis und Nutzbarkeit des Wagens erheblich bestimmt, ist das kein nebensächliches Detail.

Verbindliche Standards für Batteriezertifikate würden eine konkrete Informationslücke schließen. Eine weitere Kaufprämie tut das nicht. Sie verschiebt lediglich einen Teil des Kaufpreises auf die Steuerzahler und hält die politische Förderung eines einzelnen Antriebs auch auf dem Gebrauchtmarkt aufrecht. Der ACV sollte erklären, warum Käufer besser informiert werden müssen. Warum die Allgemeinheit ihren Kauf zusätzlich bezahlen soll, begründet die Mitteilung nicht überzeugend.

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