Der frühere BND-Präsident August Hanning ist festgenommen worden. Beamte des Bundeskriminalamts nahmen ihn und seinen einstigen Büroleiter Manfred D. am Dienstag fest. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Hanning unter anderem wegen des dringenden Verdachts der landesverräterischen Ausspähung, des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Gegen Manfred D. richtet sich der Verdacht der Beihilfe.
Der Vorwurf ist gewaltig: Manfred D. soll Hanning gegen Bezahlung über Jahre annähernd 2.000 interne BND-Dokumente überlassen haben. Viele davon waren als Verschlusssache eingestuft. Die Weitergabe soll nach bisherigem Ermittlungsstand spätestens im Frühjahr 2010 begonnen und bis Juni 2022 gedauert haben. Hanning soll die Informationen für seine private Beratertätigkeit genutzt haben.
Laut Haftbefehl erstellte Hanning in einem Fall mit eingestuften Erkenntnissen eine Analyse für einen Mitarbeiter eines fremden Nachrichtendienstapparats. Ob sie den Empfänger erreichte, ist bislang ungeklärt. Über mehrere Jahre habe er zudem einem Angehörigen eines anderen staatlichen Nachrichtendienstes politische Informationen geliefert, teils auf Basis des Materials von Manfred D.
Der Fall kam nach Angaben der Bundesanwaltschaft durch eine Durchsuchung bei Hanning ans Licht, die im September 2025 im Rahmen der Ermittlungen gegen Christina Block stattfand. Am Dienstag liefen weitere Durchsuchungen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Über den Vollzug der Untersuchungshaft soll der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs entscheiden.
F-NEWS berichtete zuletzt über den Milliardenetat des BND und die geplanten neuen Befugnisse der Geheimdienste. Nun steht ein ehemaliger Chef selbst unter dem Verdacht, geheime Erkenntnisse für private Zwecke verwertet zu haben. Annähernd 2.000 Dokumente sind kein beiläufig verlorener Aktenordner.







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