14.049 Gewaltdelikte in Bahnhöfen und Zügen: 195 Fälle mit Messern

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14.049 Gewaltdelikte in nur sechs Monaten: So viele Fälle registrierte die Bundespolizei von Januar bis Juni 2026 in Bezug auf Bahnhöfe und Züge. Hinzu kommen 1.104 Sexualdelikte, 796 Waffendelikte, 24.162 Eigentumsdelikte und 4.476 Betäubungsmitteldelikte. Insgesamt nennt die Bundesregierung 98.026 Straftaten ohne Massendelikte. Die Zahlen stehen in ihrer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion; der Bundestag hat die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

Die Drucksache zeigt auch, was sich hinter dem Begriff Gewaltdelikt verbergen kann: In Zügen wurden 54 Fälle erfasst, in denen ein Messer als Tatmittel eingesetzt wurde. An Bahnhöfen waren es weitere 141. Zusammen sind das 195 Gewaltdelikte mit Messer. Außerdem registrierte die Bundespolizei 44 Delikte, bei denen Menschen in den Gleisbereich gestoßen wurden. Die Tabelle weist dazu 23 unbekannte Tatverdächtige aus.

Auch Einsatzkräfte wurden angegriffen. Nach Angaben der Bundesregierung erlitten 204 Bundespolizisten bei Angriffen in Bahnhöfen und Zügen Verletzungen. 20 waren danach zumindest zeitweise dienstunfähig. Wie konkret die Gefahr für Beschäftigte aussieht, zeigte zuletzt ein Angriff auf DB-Sicherheitskräfte am Hamburger Hauptbahnhof.

Bei den Bahnhöfen liegen Köln Hauptbahnhof mit 2.664 und Hamburg Hauptbahnhof mit 2.662 erfassten Straftaten fast gleichauf. Die meisten Gewaltdelikte unter den ausgewiesenen Bahnhöfen verzeichnete Leipzig Hauptbahnhof mit 397, gefolgt von Hannover mit 393 und Frankfurt am Main mit 353. Hamburg führt bei Eigentumsdelikten mit 1.408 Fällen; Köln liegt bei den Sexualdelikten mit 28 Fällen vorn.

Die Bundesregierung nennt auch die Staatsangehörigkeit erfasster Tatverdächtiger. Bei Gewaltdelikten waren 5.596 deutsch und 4.631 nichtdeutsch; daneben führt die Statistik 75 Fälle mit ungeklärter Staatsangehörigkeit und 3.210 unbekannte Tatverdächtige. Bei Sexualdelikten nennt sie 320 deutsche und 368 nichtdeutsche Tatverdächtige sowie sieben ungeklärte und 353 unbekannte. Wer nur die beiden bekannten Staatsangehörigkeitsgruppen gegeneinander stellt, lässt einen erheblichen Teil der Tabelle unter den Tisch fallen.

Ein Messerfall am Bahnhof Ruhpolding zeigte kürzlich die Gefahr im Einzelfall. Die Bundestagsantwort zeigt das Problem in der Breite. Wer darüber nur als „Unsicherheitsgefühl“ spricht, redet an den erfassten Straftaten und den Verletzten vorbei.

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