337 christenfeindliche Straftaten stehen für 2025 in der BKA-Statistik. Wie viele Straftaten insgesamt Kirchen und ihre Ausstattung treffen, beantwortet diese Zahl nicht. Die religionspolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion, Nicole Höchst, fordert deshalb eine bundesweit einheitliche Erfassung unabhängig vom Tatmotiv. Am 6. November veröffentlichte sie dazu einen Ausschnitt ihrer Bundestagsrede.
Der Unterschied ist entscheidend. Die Statistik der politisch motivierten Kriminalität erfasst christenfeindliche Taten bei Anhaltspunkten für eine entsprechende vorurteilsgeleitete Motivation. Sie ist keine Gesamtliste aller Einbrüche, Beschädigungen und Brände in Kirchen. Auch das Angriffsziel „Kirche“ wird innerhalb der politisch motivierten Kriminalität bereits erfasst. Eine motivunabhängige Übersicht ist etwas anderes.
Das BKA weist in seiner Jahresauswertung für 2025 genau 337 christenfeindliche Delikte aus. Im Jahr 2024 waren es ebenfalls 337. Aus diesen Zahlen lässt sich kein Anstieg für 2025 ableiten. Sie sagen aber auch nicht, wie viele Schäden an Sakralbauten außerhalb dieser Kategorie registriert wurden.
Der AfD-Antrag 21/8904 vom 3. November setzt an dieser Trennung an. Die Fraktion bemängelt, dass eine eigenständige, motivunabhängige Objektkategorie für religiöse Einrichtungen und Symbole in der Bundesstatistik fehlt. Sie fordert eine eigene Erfassung in der Polizeilichen Kriminalstatistik und eindeutige Codes für Kirchen, Kapellen, Wegkreuze und sakrale Ausstattung. Die Anpassung soll ausdrücklich auch Synagogen und Moscheen einschließen.
Höchst nennt in ihrer Rede den Brand in der St.-Pankratius-Kirche in Lucka. Dieser ereignete sich bereits am 11. September 2026. Nach Mitteilung der Kirchgemeinde wurde das Kruzifix nahezu vollständig zerstört und der Altar beschädigt. Eine Restaurierung hielt die Gemeinde damals für nicht mehr möglich. Hinweise auf ein religiöses oder politisches Motiv lagen ihr nach eigener Auskunft nicht vor. Der Fall belegt einen schweren Schaden, aber für sich genommen keine christenfeindliche Tatmotivation.
Über die Debatte um Angriffe auf Christen und ihre öffentliche Wahrnehmung hat F-NEWS bereits in einem früheren Bericht geschrieben. Der jetzige Antrag zielt auf eine konkrete Datengrundlage für Schutz und Prävention.
Neben der Tatobjekt-Codierung verlangt der Antrag eine verbindliche bundesweite Definition, ein vereinfachtes Melde- und Anzeigeverfahren und ein jährlich öffentlich zugängliches Lagebild. Dieses soll Gesamtzahl, Art, Umfang, Schadenshöhe und regionale Verteilung der Straftaten ausweisen.



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