Das Problem mit den „Verschwörungstheorien“ um den Tod von Aiwanger

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Schon gleich nach der Meldung vom Tod im Hotelzimmer kamen die ersten Verschwörungstheorien auf. Große Namen wurden genannt. Barschel, Möllemann, Haider und jetzt der Aiwanger?

Die Umstände seines Todes sind alles andere als ungewöhnlich. Der Mann befand sich in den besten Jahren, soll gesund und voller Tatendrang gewesen sein, wie so viele, die plötzlich und unerwartet einen Herzinfarkt erleiden und daran sterben, wenn ihnen nicht schnell genug geholfen wird. Ich kenne da genügend Beispiele aus dem Umfeld. Da macht sich niemand Gedanken, ob da nicht jemand nachgeholfen haben könnte.

Im Fall Aiwanger hieß es, er habe sich krank gemeldet wegen Übelkeit, einen Auftritt abgesagt und sei dann nicht mehr zu erreichen gewesen. Die Obduktion habe keine Hinweise auf Fremdeinwirkung ergeben, aber zur Auffindesituation und der Todesursache wurde nichts gesagt. Und damit ist der Raum für Spekulationen eröffnet. Es melden sich die üblichen Verdächtigen zu Wort von Stefan Schubert bis Oliver Janich und man ist nicht klüger als zuvor. Man kann das unanständig finden und wahrscheinlich ist es das auch, doch Aiwanger ist nicht der nette Handwerker von nebenan, der drei Kinder und eine Frau hinterlässt, sondern ein Politiker, nicht unumstritten und gerade im Begriff, seine Partei bundesweit aufzustellen.

Die Behörden täten also gut daran, die Umstände seines Todes der Öffentlichkeit so schnell wie möglich mitzuteilen. Aber genau das geschieht nicht, wie so oft.

Im SPIEGEL steht:

„Die Obduktion hat Hinweise gegeben darauf, dass letztlich ein natürlicher Tod vorliegt“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Michael Petzold, der Deutschen Presse-Agentur. Es stünden aber noch weitere Untersuchungen der Rechtsmedizin aus. 

Und wenn dann irgendwann ein plausibel klingendes Ergebnis vorliegt, sind die Zweifel längst so groß geworden, dass sie nicht mehr restlos beseitigt werden können. Warum auch sollte man offiziellen Verlautbarungen Glauben schenken, wenn „unsere Freiheit am Hindukusch“ und jetzt in der Ukraine verteidigt werden muss, Masseneinwanderung gut für die Rentenkassen und die Covid-Impfung sicher sein soll? Hier liegt das eigentliche Problem, es fehlt an Vertrauen. Und das ist bei weiten Teilen unwiederbringlich verloren gegangen. Nicht zu Unrecht, aber dennoch gibt es Grenzen.

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