Niederlande: 22 Jahre nach dem Mord an Theo van Gogh ist die islamistische Bedrohung größer geworden

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Am 2. November 2004 erschoss Mohammed Bouyeri den Filmemacher Theo van Gogh auf der Linnaeusstraat in Amsterdam, schnitt ihm die Kehle durch und nagelte mit einem Messer einen Brief an den Leichnam. Das Schreiben war an die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali adressiert. Anlass war der Kurzfilm „Submission“, den van Gogh nach ihrem Drehbuch gedreht hatte – über Gewalt gegen Frauen im Namen des Islam. Bouyeri bekannte sich zu dem Mord, drohte vor Gericht, es wieder zu tun, und bekam am 26. Juli 2005 lebenslang wegen Mordes mit terroristischem Vorsatz. Er gehörte zum Umfeld der Hofstadgroep.

Zweieinhalb Jahre zuvor, am 6. Mai 2002, lag Pim Fortuyn tot auf dem Parkplatz eines Radiostudios in Hilversum. Der Täter Volkert van der Graaf, Tierrechtler, sagte vor Gericht, er habe Muslime und andere „schwache Gruppen“ vor Fortuyns Aufstieg schützen wollen. Fortuyn hatte den Islam eine „rückständige Religion“ genannt und Einwanderung scharf kritisiert. Van der Graaf bekam 18 Jahre und kam 2014 frei. Zwei Morde an Islamkritikern, zwei Motive derselben Logik: Wer den Islam benennt, darf sterben – einmal durch einen Jihadisten, einmal durch einen Linksextremen, der sich zum Schutz von Muslimen berufen fühlte.

Die Nachwirkungen reichen bis heute. Hirsi Ali brauchte Personenschutz und ging später ins Ausland. Geert Wilders lebt seit rund 21 Jahren unter Dauerbewachung; im Oktober 2025 setzte er zeitweilig den Wahlkampf aus, nachdem die NCTV ihn als Terrorziel bestätigt hatte. Die PVV wurde 2023 stärkste Kraft, stellte ab Juli 2024 Minister im Kabinett Schoof – und zog sich am 3. Juni 2025 wegen Asylpolitik wieder zurück. Seit 23. Februar 2026 regiert das Kabinett Jetten aus D66, VVD und CDA.

Ist die Bedrohung größer geworden? Die Zahlen der Behörden sprechen eine klare Sprache. Die NCTV hält das Terror-Niveau seit Dezember 2023 auf Stufe 4 von 5 („substantiell“): reale Chance auf einen Anschlag. Im Dreigingsbeeld vom Juni 2026 bleibt der Jihadismus die bestimmende Gefahr; Ende 2025 wurden in den Niederlanden zwei Personen festgenommen, die einen Anschlag vorbereiten wollten. Die Hebung von Stufe 3 auf 4 im Dezember 2023 begründete die NCTV ausdrücklich mit gestiegener jihadistischer Bedrohung nach Gaza-Krieg und Aufrufen von ISIS und al-Qaida. Parallel dazu: Am 7. und 8. November 2024 jagten Gruppen in Amsterdam Anhänger von Maccabi Tel Aviv – antisemitische Gewalt, die Regierung und Inspektion Justiz dokumentierten.

Die Ideologie, die van Gogh im Namen des Islams tötete, bestimmt weiter die amtliche Bedrohungslage. Wer den Islam kritisiert, braucht in den Niederlanden weiterhin Bewacher. Das ist die Bilanz nach 22 Jahren.

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