Rheinmetall meldet Rekordzahlen – und die Aktie stürzt trotzdem ab

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Rheinmetall hat so viel umgesetzt und verdient wie nie zuvor. Trotzdem brach die Aktie am Donnerstag ein. Am Vormittag notierte sie zeitweise rund 17 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag.

In den ersten neun Monaten 2026 stieg der Konzernumsatz um 38 Prozent auf 8,38 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte mit 1,34 Milliarden Euro einen Höchstwert. Das sind 68 Prozent mehr als im Vorjahr. Die operative Marge kletterte von 13,1 auf 16,0 Prozent. Der Auftragsbestand einschließlich erwarteter Abrufe aus Rahmenverträgen wuchs auf 78,0 Milliarden Euro, nach 56,7 Milliarden ein Jahr zuvor.

Auch das dritte Quartal allein war stark. Der Umsatz stieg auf 3,15 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 62 Prozent auf 553 Millionen Euro zu.

Das Problem steckt in der Prognose. Rheinmetall erwartet für 2026 nur noch rund 13,2 Milliarden Euro Umsatz. Bisher lag die Spanne bei 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro. Die operative Marge soll rund 18,5 Prozent erreichen statt 19 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit 13,87 Milliarden Euro Umsatz gerechnet.

Als Gründe nennt der Konzern Verzögerungen beim Bundeswehr-Projekt Arminius. Der Auftrag befinde sich in der finalen Verhandlungsphase und könne erst im kommenden Jahr erteilt werden. Dazu kommen Verschiebungen bei der Abnahme von Artilleriemunition. Das Ziel einer Cash-Conversion-Rate von mehr als 40 Prozent gab Rheinmetall auf. Der operative Free Cashflow lag nach neun Monaten bei minus 1,7 Milliarden Euro.

Es ist die zweite Prognosesenkung binnen drei Monaten. Bereits im August hatte Rheinmetall die Erwartungen zurückgenommen. JPMorgan-Analyst David Perry zählt die fünfte Umsatz- oder Gewinnwarnung in etwa elf Monaten. Er senkte das Kursziel auf 1.150 Euro. Zum Jahreswechsel hatte es noch bei 2.250 Euro gelegen. Die Citigroup reduzierte ihr Ziel auf 1.374 Euro.

Nicht alle Analysten wenden sich ab. Bernstein bleibt bei „Outperform“ mit einem Kursziel von 1.200 Euro und hält die Aktie inzwischen für günstig. Jefferies bestätigt die Kaufempfehlung mit 1.350 Euro. Berenberg bleibt bei „Halten“ und 1.020 Euro.

Vorstandschef Armin Papperger sprach von einem soliden Wachstumskurs, der Bestand habe. Die Börse sieht das anders. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.

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