Die Vereinten Nationen haben am 12. Oktober 2026 eine politische Erklärung zur Pandemievorsorge verabschiedet – und schreiben darin den Kampf gegen gesundheitsbezogene Fehlinformation und Desinformation fest, „einschließlich der Beseitigung von Impfzögerlichkeit“. Deutschland stimmte mit 152 weiteren Staaten dafür. Dagegen: USA, Israel und Argentinien. Enthaltung: Neuseeland und Paraguay. Die Erklärung (A/RES/81/5) ist rechtlich unverbindlich und kam nicht im Konsens zustande; ein Versuch am 25. September war am Widerstand der USA und weiterer Staaten gescheitert.
Punkt 57 des neunseitigen Textes verlangt Maßnahmen gegen die negativen Auswirkungen gesundheitsbezogener Fehl- und Desinformation, einschließlich der Beseitigung von „Impfzögerlichkeit“, und will das Vertrauen in öffentliche Gesundheitssysteme und Behörden stärken – unter anderem mit digitaler Gesundheitstools. Punkt 15 nennt Risikokommunikation und das Management von „Infodemien“. Punkt 49 will Impfstoffe, Therapien und Diagnostika innerhalb der ersten 100 Tage einer Pandemiebedrohung verfügbar machen. Die Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung werten das als Verstärkung der WHO-Linie und als politischen Druck auf den noch offenen PABS-Anhang zum Pandemievertrag.
Der WHO-Pandemievertrag von Mai 2025 kann erst in Kraft treten, wenn die Mitgliedstaaten das Pathogen-Access-and-Benefit-Sharing-System (PABS) fertig verhandeln – den Zugang zu Erregerproben und Gensequenzen gegen Anteil an Impfstoffen und Diagnostika. Die Verhandlungen stocken; die nächste Weltgesundheitsversammlung ist für Mai 2027 vorgesehen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus begrüßte laut UN News das „starke Engagement“ der Mitgliedstaaten und drängte ausdrücklich, PABS abzuschließen. Der Generalsekretär soll zur 83. Generalversammlung 2028 über die Umsetzung berichten.
Staaten betonen ihre Souveränität für die Gesundheit ihrer Bevölkerung – und räumen der WHO zugleich die Führungsrolle bei globalen Gesundheitsnotfällen ein. Öffentlich-private Partnerschaften bei der Arzneimittelforschung werden ausdrücklich gewürdigt. Wer Impfungen kritisch prüft, wird in diesem Rahmen als Problem behandelt, das es zu beseitigen gilt.



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