Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind in zwei Großstädten insgesamt 1.624 Briefwahlunterlagen doppelt gedruckt und verschickt worden. Der zuerst von Tichys Einblick aufgegriffene Fall aus Magdeburg blieb nicht der einzige.
In Magdeburg erhielten 440 Wahlberechtigte ihre Unterlagen zweimal. Nach Angaben der Stadt Magdeburg trugen die doppelten Wahlscheine jeweils dieselbe Nummer. Das Wahlamt erklärte sämtliche betroffenen Scheine für ungültig und schickte neue Unterlagen mit neuen Nummern. Die Landeswahlleitung wurde informiert.
Drei Tage später meldete auch Halle eine Panne. Dort waren 1.184 Briefwahlunterlagen doppelt gedruckt und zugestellt worden. Als Ursache nannte die Stadt einen technischen Fehler bei einem externen Druckdienstleister. Die Stadt erklärte die bereits versandten Wahlscheine für ungültig. Nur die erneut zugesandten Unterlagen mit dem Informationsschreiben des Wahlleiters sollen verwendet werden.
Halle will vom Dienstleister einen schriftlichen Bericht verlangen und ihm die Zusatzkosten in Rechnung stellen. In Magdeburg handelte es sich laut Verwaltung um einen Fehler im eigenen Wahlamt. Die Vorgänge sind also nicht identisch, das Ergebnis aber schon: Wahlberechtigte müssen kurz vor der Abstimmung prüfen, welche ihrer amtlichen Unterlagen noch gültig sind.
Nach derzeitigem Stand sind dies die beiden öffentlich bestätigten Briefwahlpannen zur Landtagswahl am 6. September. Die Behörden versichern, eine doppelte Stimmabgabe sei ausgeschlossen, weil die fehlerhaften Wahlscheine gesperrt wurden. Doch zwei Massenfehler in zwei Städten binnen weniger Tage sind kein guter Auftakt für eine Wahl, deren saubere Durchführung Vertrauen braucht.
F-NEWS berichtete bereits über die Sperrung rechter TikTok-Accounts kurz vor der Sachsen-Anhalt-Wahl und über den Wahlkampf von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund.







