Halloween-Demos in 21 Städten: Wer hinter „Gen Z regelt“ steckt

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Am Samstag, dem 31. Oktober, will die Initiative „Gen Z regelt“ ab 14 Uhr in 21 deutschen Städten demonstrieren. Die Website nennt Bildung, Gesundheit, bezahlbares Leben und die Ablehnung der Wehrpflicht als Anliegen. Nach den Ausschreitungen in Frankreich steht vor allem eine Frage im Raum: Bleibt der Protest friedlich, oder nutzen gewaltbereite Gruppen den angekündigten Aktionstag?

Wer steckt dahinter? Im Impressum nennt die Website Akram Selo als Betreiber und inhaltlich Verantwortlichen. Selo betreibt die Webagentur „Selodigital“, mehr ist über ihn nicht bekannt. Möglicherweise dient er als Strohmann. Die Initiative bezeichnet sich als überparteilich. Für Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Köln beansprucht sie die Verantwortung für Inhalt und Organisation. Die übrigen 16 örtlichen Proteste sollen andere Gruppen organisieren, die sich dem Aufruf angeschlossen haben. Wer dort jeweils die Versammlung anmeldet und leitet, lässt sich aus der zentralen Website nicht für alle Städte erkennen.

Die Initiative wirbt über soziale Netzwerke und Telegram, sammelt Zusagen auf ihrer Website und bittet um Spenden. Die angezeigten Zusagen sind keine verlässliche Teilnehmerzahl: Nach eigenen Angaben wird pro Gerät gezählt; wer einen anderen Browser nutzt oder Daten löscht, kann erneut erscheinen. Die Veranstalter erklären ausdrücklich, dass Gewalt, Zerstörung, extremistische Gruppen und Provokationen gegen die Polizei bei ihren Kundgebungen keinen Platz haben. Selo bekräftigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, es gehe um friedliche Demonstrationen.

Die Polizei nimmt die Mobilisierung dennoch ernst. Laut rbb-Bericht bereiten sich die Berliner Sicherheitsbehörden auf eine große Demonstrationslage vor. Polizeisprecher Florian Nath warnte, radikale Kräfte könnten die Schülerproteste für eigene Ziele nutzen. Die Berliner Gewerkschaft der Polizei verweist auf die Bilder aus Frankreich und die zusätzliche Belastung durch Halloween. Bereits bei einem friedlichen Schülerprotest in Friedrichshain fiel laut Polizei eine Gruppe von etwa 50 Außenstehenden durch Rangeleien auf; eine Anwohnerin wurde verletzt.

Für Köln und Düsseldorf kursieren nach RTL West zudem Gewaltaufrufe in sozialen Netzwerken. Ob diese von Teilnehmern der Initiative stammen und wie ernst sie zu nehmen sind, ist bislang nicht geklärt. Ebenso wenig lässt sich aus einer Demonstrationsankündigung bereits auf Terror oder Plünderungen schließen. Die Berliner Polizei bereitet sich vor; eine belastbare bundesweite Aussage zur Zahl der Einsatzkräfte oder zur konkreten Gefahrenlage liegt öffentlich nicht vor.

Der Vergleich mit Frankreich taugt deshalb als Warnung, nicht als Vorhersage. Entscheidend wird sein, ob die örtlichen Organisatoren den angekündigten Gewaltverzicht durchsetzen können und ob die Polizei mögliche Störer früh erkennt, ohne friedliche Teilnehmer mit ihnen gleichzusetzen. Was rechtlich bei einer tatsächlichen Eskalation möglich wäre, hat F-NEWS für den Fall schwerer Unruhen in Deutschland bereits erläutert. Bis zum 31. Oktober ist vor allem die Frage offen, wer hinter den 16 angeschlossenen Protesten vor Ort tatsächlich Verantwortung übernimmt.

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