Syrische Christen fürchten Abschiebung – Berlin hofiert Syriens Islamisten

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Syrische Christen fürchten die Rückführung in ein Land, in dem christliche Gemeinden weiter um ihre Sicherheit kämpfen. Der Assyrische Kulturverein Saarlouis e. V. und die Assyrische Autonomie Bewegung e. V. Deutschland fordern deshalb einen Abschiebestopp. Während die Verbände Schutz verlangen, setzt Berlin auf Zusammenarbeit mit Syriens Präsident Ahmed al-Scharaa, dem früheren Anführer der islamistischen HTS-Miliz.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing al-Scharaa am 30. März 2026 in Schloss Bellevue und bekräftigte Deutschlands Bereitschaft, Syrien bei Stabilisierung, Wiederaufbau und Reformen zu unterstützen. Am selben Tag trat Bundeskanzler Friedrich Merz mit ihm vor die Presse und sagte Unterstützung für den Wiederaufbau zu. Empfänge an der Staatsspitze und politische Rückendeckung für den ehemaligen Islamistenführer: Das ist die Grundlage des Vorwurfs, Berlin hofiere Syriens neue Führung.

In ihrem gemeinsamen Gastbeitrag bei Opposition24 vom 7. November berufen sich die beiden Vereine auf eine Antwort des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Das Originalschreiben ist im Beitrag nicht veröffentlicht.

Zum Stichtag 31. Oktober 2026 waren der Erklärung zufolge bundesweit 523 Asylverfahren syrischer Christen beim BAMF anhängig. Davon entfielen 24 auf das Saarland. Die Zahl bezeichnet noch offene Verfahren über Asylanträge.

Für Januar bis Oktober nennen die Organisationen bundesweit 981 Entscheidungen. In 681 Fällen wurden die Anträge als unbegründet abgelehnt, in 17 Fällen als offensichtlich unbegründet. Vier Personen erhielten eine Asylberechtigung nach Artikel 16a des Grundgesetzes, 25 Flüchtlingsschutz und 15 subsidiären Schutz. In weiteren 126 Fällen wurde ein Abschiebungsverbot festgestellt.

Die Vereine verlangen eine erneute und sorgfältige Überprüfung bereits ergangener BAMF-Ablehnungen. Dabei müsse die besondere Gefährdung christlicher und assyrischer Minderheiten berücksichtigt werden. Entscheidend sei die konkrete Situation des Einzelnen aufgrund seines Glaubens, seiner Herkunft und seiner persönlichen Vorgeschichte.

Bereits zuvor hatten dieselben Organisationen Schutz für Christen und ein Verbot von ISIS- und al-Qaida-Symbolen gefordert. Eine politische Veränderung in Damaskus belege für sich allein keine sichere Rückkehr, betonen sie in ihrer jetzigen Erklärung.

Angriffe auf christliche Einrichtungen sind dokumentiert. Open Doors berichtete am 8. Januar 2026 über Explosionen an einer Kirche im Südwesten Syriens an Weihnachten 2025 und einen vereitelten Anschlag nahe einer Kirche in Aleppo vor dem Jahreswechsel. Das Hilfswerk schilderte auch die Flucht christlicher Bewohner vor Kämpfen in Aleppo Anfang Januar.

Die beiden Vereine verlangen eine klare Stellungnahme der saarländischen Landesregierung, insbesondere des Innenministeriums. Ihre Forderung ist konkret: Abschiebestopp, erneute Prüfung der Ablehnungen und individuelle Bewertung der Gefahr für Christen. Politische Empfänge ersetzen keinen Schutz für die Menschen, die nach Syrien zurückkehren sollen.

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