Uwe Kranz rechnet ab: Kinderhandel, Missbrauch und Justizversagen

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Beim zweiten Kinderschutzkongress der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag in Hannover hat Uwe Kranz einen Vortrag über den Zustand des Kinderschutzes gehalten. Die Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt initiierte den Kongress und hatte Kranz als Redner angekündigt. Der frühere Polizeibeamte und Europol-Ermittler sagt: Zwischen Aktionstagen, Aktionsplänen und wohlklingenden Bekenntnissen einerseits und der Realität von Vernachlässigung, Missbrauch, Kinderhandel und Gewalt gegen Minderjährige andererseits klaffe eine gewaltige Lücke. Sein Kernvorwurf: Behörden und Politik verwalteten Zahlen, statt Täterstrukturen entschlossen zu zerschlagen.

Kranz verweist auf steigende registrierte Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und auf ein riesiges Dunkelfeld. Besonders scharf kritisiert er, dass die Dunkelfeldforschung Kinder nach seiner Darstellung ausblende. Er greift auch milde Urteile, Einstellungen von Verfahren und die aus seiner Sicht komplizierten Wege durch die Strafjustiz an. Wer Kinder schützen wolle, dürfe schwere Taten nicht mit Bewährung oder Verfahrenseinstellungen enden lassen, so Kranz.

Der Vortrag behandelt nicht nur sexualisierte Gewalt. Kranz prangert Bildungsrückstände, Armut, Gewalt an Schulen und die Folgen der Corona-Maßnahmen für Kinder an. Die damaligen Schulschließungen und Maskenvorgaben hätten nach seiner Einschätzung traumatisiert und psychische Belastungen verschärft. Außerdem wirft er Jugendämtern und Familiengerichten vor, in manchen Fällen zu schnell und auf Grundlage zweifelhafter Gutachten in Familien einzugreifen.

Besonders brisant sind seine Ausführungen zu verschwundenen Minderjährigen, Kinderhandel und kommerzieller Leihmutterschaft. Kranz warnt, dass unbegleitete Kinder nach der Einreise in Europa aus den Behördenlisten verschwinden können. Was mit ihnen geschehe, sei vielfach ungeklärt. Zugleich prangert er die Bestellung von Kindern über Leihmütter an, besonders in der Ukraine. Wo Kinder nach gewünschten Merkmalen ausgewählt und gegen Geld vermittelt würden, werde aus Schutzbedürftigen eine Ware.

Bei Missbrauchsdarstellungen im Netz, internationalen Tätergruppen und KI-generiertem Material sieht Kranz die Ermittlungsbehörden in der Pflicht. Bundeskriminalamt, Landeskriminalämter, Europol und Interpol müssten vorhandene Daten konsequent zusammenführen, fordert er. F-NEWS berichtete über den Verdacht gegen einen Jugendtrainer in Feucht und über das Bewährungsurteil nach dem Missbrauch eines achtjährigen Mädchens. Solche Fälle zeigen, warum die Forderung nach einer handlungsfähigen Justiz nicht abstrakt ist.

Kranz verbindet die bekannten internationalen Missbrauchsskandale um Jeffrey Epstein und weitere Fälle mit seiner These, dass politische, gesellschaftliche und kulturelle Eliten einer umfassenden Aufklärung ausweichen. Er fordert Sonderermittlungen zu organisierten Täterstrukturen und zu Berichten über ritualisierte Gewalt. Gerade dort, so Kranz, dürfe sich der Staat nicht mit dem Hinweis auf fehlende Gesamtbilder begnügen, sondern müsse jedem belastbaren Hinweis nachgehen.

Auch die Geschichte um Helmut Kentler sowie Konzepte der frühen Sexualpädagogik und Angebote in Kitas nimmt er ins Visier. Seine These: Unter dem Etikett moderner Sexualerziehung seien Grenzen verschoben worden, während Eltern und Kritiker an den Rand gedrängt würden. F-NEWS hatte den Konflikt um ein entsprechendes Konzept bereits im Beitrag zum Kita-Skandal von Baunatal dokumentiert.

Die Botschaft des Vortrags ist unmissverständlich: Kinderschutz darf nach Kranz nicht aus Aktionstagen, Programmen und Statistiken bestehen. Er verlangt, dass Politik, Polizei und Justiz alle verfügbaren Spuren ernst nehmen, Netzwerke aufklären und Täter nicht länger durch das Raster fallen lassen.

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