106.000 tote Ungeborene, doch der Marsch für das Leben gilt als Bedrohung

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Heute ziehen Lebensrechtler zeitgleich durch Berlin und Köln. Der Bundesverband Lebensrecht lädt zum 22. Marsch für das Leben in der Hauptstadt und zum vierten Mal nach Köln: Treffpunkt 13 Uhr am Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof und am Kölner Neumarkt, Ende gegen 16.30 Uhr. Der WDR erwartet in der Domstadt rund 3.000 Teilnehmer beim Marsch und eine ebenso große Pro-Choice-Kundgebung plus weitere Gegenversammlungen an Friesenplatz, Heumarkt und Rudolfplatz. Die Polizei rechnet mit stundenlangen Sperrungen.

Was als Kulturkampf von rechts verkauft wird, ist die jährliche Erinnerung an eine Zahl, die der Staat selbst liefert: 2025 wurden in Deutschland rund 106.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, fast alle nach der Beratungsregelung, nur ca. 4 Prozent davon wegen medizinischer oder kriminologischer Indikation (Vergewaltigung. Der Eingriff bleibt nach § 218 grundsätzlich rechtswidrig, wird aber in den ersten zwölf Wochen straffrei gestellt.

In Berlin sind Bischof Rudolf Voderholzer, Weihbischof Josef Graf und der emeritierte Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke dabei, in Köln Weihbischof Dominikus Schwaderlapp. Der warnt vor parteipolitischer Vereinnahmung und will den Marsch als Zeichen des Dialogs. Die Gegenseite will keinen Dialog. Bündnisse wie „Widersetzen“, „What the fuck“ und „Omas gegen rechts“ kündigen Sabotage an. Wer das Lebensrecht Ungeborener öffentlich macht, gilt in diesem Land schnell als Fundamentalist oder rechtsextrem. Wer 106.000 Abtreibungen als Selbstbestimmung verbucht, gilt als modern. Die Kirchen schicken Grußworte und entziehen sich ansonsten einer klaren Stellungnahme. Heute wird wieder marschiert und wieder braucht die Polizei extra Kräfte, um diejenigen zu schützen, die für das offiziell noch geltende Lebensrecht auf die Straße gehen.

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