AfD führt in MV, Berlin bleibt offen: Das sagen die letzten Umfragen

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Am Sonntag, dem 20. September, wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag und in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Drei Tage vor der Abstimmung zeichnet sich im Nordosten ein klarer Vorsprung der AfD ab. In der Hauptstadt ist das Rennen um Platz eins dagegen offen.

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in den drei jüngsten großen Umfragen bei 37 bis 38 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht 33 bis 35 Prozent. Dahinter folgt mit weitem Abstand die Linke bei 9 bis 10 Prozent. Die CDU fällt einheitlich auf nur noch 7 Prozent, die Grünen stehen bei 5 Prozent und das BSW bei 3 bis 4 Prozent. Die vollständige Übersicht mit Feldzeiten und Auftraggebern führt Wahlrecht.de.

MVCDUSPDGrüneLinkeAfDBSW
INSA, 16.9.7 %35 %5 %10 %37 %3 %
FG Wahlen, 11.9.7 %34 %5 %10 %37 %4 %
Infratest dimap, 10.9.7 %33 %5 %9 %38 %4 %
Jüngste veröffentlichte Umfragen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die aktuellste Erhebung stammt von INSA im Auftrag von Bild. Befragt wurden vom 8. bis 15. September 1.000 Menschen. Die AfD liegt darin mit 37 Prozent zwei Punkte vor der SPD. Die Forschungsgruppe Wahlen sieht denselben AfD-Wert und einen Vorsprung von drei Punkten. Infratest dimap maß am 10. September 38 Prozent für die AfD und 33 Prozent für die SPD.

Gegenüber der Landtagswahl 2021 wäre das eine politische Verschiebung von historischem Ausmaß. Damals erreichte die SPD 39,6 Prozent, die AfD 16,7 Prozent und die CDU 13,3 Prozent. Die AfD könnte ihren Stimmenanteil damit mehr als verdoppeln, während die CDU fast die Hälfte ihres ohnehin schwachen Ergebnisses verlöre. F-News hatte bereits beschrieben, welchen zusätzlichen Druck ein CDU-Absturz in MV auf Bundeskanzler Friedrich Merz ausüben würde.

Für die Regierungsbildung bleibt die SPD trotz eines möglichen zweiten Platzes zentral. Eine Fortsetzung der bisherigen rot-roten Koalition hätte nach den Umfragen keine Mehrheit mehr. SPD, Linke und Grüne könnten dagegen voraussichtlich gemeinsam regieren. Die AfD wäre zwar stärkste Kraft, hätte aber weder allein noch zusammen mit der CDU eine sichere Mehrheit. Sämtliche anderen Parteien schließen eine Zusammenarbeit mit ihr bislang aus.

Berlin bietet ein anderes Bild. Die drei jüngsten Umfragen sehen CDU und Linke an der Spitze. INSA misst beide Parteien bei 20 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen sieht die Linke mit 23 Prozent vor der CDU mit 21 Prozent, Infratest dimap mit 21 zu 20 Prozent. Die AfD liegt stabil bei 17 bis 18 Prozent, die Grünen bei 16 Prozent und die SPD nur noch bei 10 bis 12 Prozent. Das BSW schwankt zwischen 3 und 5 Prozent.

BerlinCDUSPDGrüneLinkeAfDBSW
INSA, 14.9.20 %12 %16 %20 %18 %5 %
FG Wahlen, 11.9.21 %10 %16 %23 %17 %3 %
Infratest dimap, 10.9.20 %12 %16 %21 %18 %4 %
Jüngste veröffentlichte Umfragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl

Die jüngste Berliner Umfrage wurde von INSA zwischen dem 7. und 14. September unter 1.000 Befragten durchgeführt. Sie zeigt, wie knapp das Rennen ist. Zwischen CDU, Linken und AfD liegen dort nur zwei Punkte. Die statistische Unsicherheit ist größer als dieser Abstand. Von einem sicheren Wahlsieger kann deshalb keine Rede sein.

Für die bisherige schwarz-rote Koalition wäre das Ergebnis ein Desaster. CDU und SPD kämen gemeinsam nur auf 32 bis 33 Prozent. Eine Mehrheit wäre nach allen drei Umfragen nur mit einem dritten Partner erreichbar. Rechnerisch möglich erscheinen sowohl CDU, SPD und Grüne als auch Linke, SPD und Grüne. Je nachdem, welche Parteien die Fünfprozenthürde überwinden, können sich die Sitzanteile jedoch noch deutlich verschieben.

Besonders hart trifft die Entwicklung die Berliner Regierungsparteien. Die CDU hatte 2023 noch 28,2 Prozent erreicht, die SPD 18,4 Prozent. Dagegen könnte die Linke ihr damaliges Ergebnis von 12,2 Prozent beinahe verdoppeln. Auch die AfD steht vor einer Verdopplung ihrer 9,1 Prozent. F-News berichtete zuletzt über den Wahlkampf des CDU-Spitzenkandidaten Stefan Evers und dessen Forderung nach mehr Videoüberwachung.

Umfragen sind keine Vorhersagen. Infratest dimap weist für Berlin darauf hin, dass 16 Prozent der Wahlberechtigten ihre Parteipräferenz noch ändern könnten. Dazu kommen taktische Entscheidungen rund um die Fünfprozenthürde und die Wahlbeteiligung. Klar ist drei Tage vor der Abstimmung trotzdem: In MV führt die AfD, in Berlin drohen CDU und SPD massive Verluste und beide bisherigen Landesregierungen dürften ihre bisherigen Zweiermehrheiten verlieren.

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