Angriffe auf Stromnetz: Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Daniel V. wegen Sabotage

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Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu den Angriffen auf Umspannwerke in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen übernommen. Gegen den deutschen Staatsangehörigen Daniel V. wird wegen des Verdachts der versuchten und vollendeten verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Störung öffentlicher Betriebe ermittelt. Das teilte der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof am 10. September mit.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand soll der Beschuldigte zu bislang nicht genau bestimmten Zeitpunkten in der Nähe mehrerer Umspannwerke Vorrichtungen unter Hochspannungsleitungen platziert haben. Dabei sollen Silvesterraketen oder ähnliche Gegenstände mit Zündern, Zeitschaltern und Drähten verbunden worden sein. Die Geschosse sollten zu voreingestellten Zeiten in Richtung der Leitungen fliegen und dort Kurzschlüsse verursachen. Ob Daniel V. tatsächlich verantwortlich ist, muss das weitere Verfahren klären.

Am 1. September kam es im Bereich der Umspannwerke Turnow-Preilack in Brandenburg und Bergheim-Rheidt in Nordrhein-Westfalen tatsächlich zu Kurzschlüssen. Die Leitungen mussten vorübergehend notabgeschaltet werden. In Bergheim-Rheidt waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft außerdem zwei nahegelegene Braunkohlekraftwerke von Abschaltungen betroffen. Auch die Stromversorgung eines angrenzenden Ortes war zeitweise beeinträchtigt.

F-NEWS hatte bereits über den länderübergreifend gesuchten Daniel V. und die auffällige Serie an Umspannwerken berichtet. Am 8. September meldeten die Ermittler schließlich seine Festnahme. Der Beschuldigte sitzt aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Cottbus in Untersuchungshaft. Zur Anpassung des Haftbefehls soll er nun einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Die Bundesanwaltschaft begründet ihr Eingreifen mit der besonderen Bedeutung des Falles. Zuvor hatten die Generalstaatsanwaltschaft Dresden sowie die Staatsanwaltschaften Cottbus und Köln die einzelnen Verfahren geführt. Nach Einschätzung der Karlsruher Behörde zielten die mutmaßlich länderübergreifenden Taten auf großflächige Stromausfälle. Sie seien geeignet gewesen, das Vertrauen der Bevölkerung in den Schutz kritischer Infrastruktur zu erschüttern und die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen.

Mit den polizeilichen Ermittlungen ist jetzt federführend das Bundeskriminalamt beauftragt. Damit wird aus einer Reihe zunächst regional behandelter Vorfälle ein Fall auf Bundesebene. Über die Festnahme nach der Großfahndung berichtete F-NEWS bereits am 8. September. Offen bleibt, welches Motiv der Beschuldigte gehabt haben soll und ob weitere Personen beteiligt waren. Dazu machte die Bundesanwaltschaft in ihrer Mitteilung keine Angaben.

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