Nach dem Angriff auf zwei Berliner Senatsverwaltungen sind hochsensible Unterlagen im Darknet aufgetaucht. Wie rbb24 Recherche berichtet, gehören dazu eine Kopie des Personalausweises von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) und eine gespeicherte Kopie ihrer Unterschrift. Auch E-Mails ihrer Amtsvorgängerinnen Manja Schreiner (CDU) und Bettina Jarasch (Grüne) sowie Ausweiskopien und persönliche Dokumente von Mitarbeitern fanden sich unter den veröffentlichten Daten.
Besonders brisant ist, wie dünn Berlins technische Abwehr offenbar war. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung deckten die 2026 angeschafften Lizenzen für eine Software zur Erkennung von Angriffen gerade einmal fünf Prozent aller Computer und Server ab. Für eine Ausweitung fehlte das Geld. Weder das Gerät, über das die Angreifer eindrangen, noch die Server, von denen später Daten abflossen, gehörten zu diesen fünf Prozent. Daraus folgt nicht automatisch, dass die Software den Angriff verhindert hätte. Es zeigt aber, wie klein der überwachte Teil der Behörden-IT war.
Dabei war das Problem nicht überraschend. Laut rbb lagen Hinweise auf Sicherheitslücken und fehlendes Personal schon länger vor. Bereits 2023 gab es Pläne, die Angriffserkennung auszubauen. Die Berliner Vorgaben zur Informationssicherheit verlangen seit 2017 ausreichende Mittel und Mitarbeiter. Auf dem Papier gab es also Regeln. In der Praxis fehlten offenbar Geld und Umsetzung.
Schreiner und Jarasch bezeichneten sich gegenüber dem rbb als Opfer einer Straftat. Jarasch sagte, sie sei zunächst nur informell über den Vorfall unterrichtet worden und habe das Ausmaß nicht gekannt. Eine offizielle Auskunft zu den betroffenen Daten ließ wegen vieler Anfragen monatelang auf sich warten. Wenn selbst frühere Senatorinnen nur schleppend erfahren, welche Unterlagen von ihnen im Netz stehen, was können dann einfache Mitarbeiter erwarten?
F-News berichtete bereits über die Erpressung Berlins durch die Gruppe Rhysida und später über die Freigabe gestohlener Behördendaten. Die neue rbb-Recherche zeigt nun, wie konkret die Folgen für einzelne Betroffene sind. Eine Ausweiskopie und eine Unterschrift lassen sich nach einer Veröffentlichung nicht einfach zurückholen.








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