Berliner Wäscherei vor der Pleite, weil Landesamt für Asyl Rechnungen nicht bezahlt

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Die Wäscherei „Bügelperle Textilpflege GmbH“ in Berlin-Mitte steht vor der Pleite, weil das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten offene Rechnungen für gewaschene Bettwäsche und Handtücher aus zwei Asylunterkünften seit anderthalb Jahren nicht begleicht, wie die Berliner Zeitung berichtet.

Geschäftsführer Bilal Ersoy betreibt sein Unternehmen an der Invalidenstraße 35 seit sieben Jahren, nach eigenen Angaben bislang wirtschaftlich solide. Seit 2023 wusch seine Firma die Wäsche von insgesamt 490 Bewohnern zweier benachbarter Unterkünfte – zunächst im Auftrag der Hero Group, die zur norwegischen NHC Group gehört, später im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes, das die Häuser im Januar 2025 übernahm. Auftraggeber und Zahlungspflichtiger war in beiden Fällen das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), das der Senatsverwaltung von Cansel Kiziltepe (SPD) untersteht.

Für die Zusammenarbeit investierte Ersoy rund 25.000 Euro in mehr als 2000 Wäschesäcke samt Etikettiermaschine mit personenbezogenem QR-Code – eine Anschaffung, die laut Ersoy vom LAF selbst verlangt wurde. Zwischen Januar und März 2025 änderte die Behörde dann den Ablaufplan der Unterkünfte so, dass Bewohner mehrmals wöchentlich Wäsche abgeben durften. Die Menge stieg dadurch um mehr als die Hälfte auf 46,9 Tonnen. Weil Bewohner die Säcke zudem wiederholt falsch befüllten, was Ersoy fotografisch dokumentierte, entstand zusätzlicher Aufwand.

Bezahlt hat das Amt dafür bis heute nicht. Nach Ersoys Rechnung stehen 89.000 Euro zuzüglich Verzugszinsen aus. Das LAF, das seit April 2026 unter dem Namen Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und Unterbringung (LFU) firmiert, verweigerte im Mai die Zahlung mit der Begründung, es lägen keine „prüffähigen Nachweise“ vor. Ersoy widerspricht dem mit einem Aktenordner voller Mails und Rechnungen. Anfragen der Berliner Zeitung an LFU und Senatsverwaltung blieben unbeantwortet.

Zum Vergleich: Berlin gab laut Senat allein im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro für Unterbringung und Verpflegung von Migranten aus. Für einen Berliner Kleinunternehmer, der genau diese Versorgung mit organisiert, findet sich offenbar kein Budget.

Frank-Christian Hansel, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, erklärt dazu:

„Der Staat bestellt, der Unternehmer investiert und liefert – und am Ende bleibt der Mittelständler auf seinen Rechnungen sitzen. Rund 89.000 Euro sollen offen sein, während gleichzeitig 38.000 Euro Umsatzsteuer verlangt werden und bereits Mitarbeiter gehen mussten. Das ist ein Stück aus dem Tollhaus.

Der Senat muss die offenbar unstreitigen Forderungen unverzüglich begleichen. Wer Milliarden für Asylbewerber ausgibt, aber einen Berliner Betrieb durch Zahlungsverzug in die Insolvenz treibt, hat jedes Recht verwirkt, von Mittelstandsförderung zu sprechen. Wer bestellt, muss auch bezahlen.

Davon abgesehen muss man aber auch die Frage stellen, warum die Wäsche der Asylbewerber nicht von ihnen selbst gewaschen wird. Es ist keinem Berliner zu erklären, dass er für jede Kleinigkeit seines täglichen Lebens immer stärker zur Kasse gebeten wird, während Asylbewerber auf seine Kosten eine Rundumversorgung genießen und nicht einmal für ihre Wäsche selbst verantwortlich sind.“

Ersoy selbst bereitet inzwischen rechtliche Schritte gegen das Land Berlin vor. Ob die 89.000 Euro fließen, bevor die Bügelperle Insolvenz anmelden muss, ist offen.


Quellen:

  1. Berliner Zeitung: „Deshalb sieht es in diesem Land so aus“: Flüchtlingsbehörde treibt Wäscherei in den Ruin
  2. Berliner Zeitung: Berlin gab 2025 über 2,2 Milliarden Euro für Unterbringung und Verpflegung aus

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