Binance meldet Sicherheitsvorfall mit rund 6,3 Milliarden Dollar Schaden

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Die weltweit größte Kryptobörse Binance hat einen schweren Sicherheitsvorfall bestätigt. Nach Firmenangaben vom 29. Oktober 2026 sind Vermögen im geschätzten Umfang von rund 6,3 Milliarden Dollar betroffen. Etwa 3 Milliarden Dollar seien bislang mit Hilfe von Blockchain-Partnern eingefroren. Binance spricht von unberechtigten Auszahlungen und sagt, Kundengelder seien sicher; Verluste wolle die Börse aus dem SAFU-Schutzfonds und eigenen Mitteln tragen.

Binance ist die größte Handelsplattform für digitale Vermögenswerte. Für Kunden heißt das vor allem: Ein- und Auszahlungen wurden vorübergehend gestoppt. Wer Guthaben auf der Börse hält, kann es derzeit nicht abziehen. Betroffen ist Binance.com; die US-Plattform Binance.US erklärte laut BBC, sie sei nicht betroffen.

Nach erster Untersuchung deutet Binance auf einen kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs hin. Darüber sei ein Angreifer in einen Service-Container gelangt und habe unautorisierte Abhebungen ausgelöst. Hinweise auf gestohlene Wallet-Privatschlüssel habe man nicht gefunden. Mitgründerin und Co-Chefin Yi He schrieb, Auszahlungen blieben gesperrt, bis die Umgebung als sicher bestätigt sei.

Stablecoin-Emittenten reagierten schnell. Tether meldete rund 1,6 Milliarden Dollar eingefrorener USDT, Circle mehr als 800 Millionen Dollar USDC. Zusammen mit anderen Partnern kommt Binance auf die genannten rund 3 Milliarden Dollar. Die Sicherheitsfirmen TRM Labs und Chainalysis ordnen den Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit der nordkoreanischen Hackergruppe TraderTraitor zu – derselben Einheit, der auch der Bybit-Hack von 2025 zugeschrieben wurde. Binance hat diese Zuschreibung nicht bestätigt.

Der Vorfall übertrifft frühere Börsenangriffe deutlich. Bei Bitget waren im September 2026 nach Firmenangaben rund 351,6 Millionen Dollar abgeflossen; auch dort wurden Auszahlungen gestoppt. Bitcoin fiel nach den Warnungen laut BBC um mehr als vier Prozent. Für Anleger bleibt die Lehre: Guthaben auf einer Börse ist kein Besitz in der eigenen Wallet – und Selbstverwahrung schützt nur, wenn Lieferdaten und Hardware sicher bleiben, wie der jüngste Keystone-Hack zeigte.

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