Mitten im von Madrid inszenierten Chaos um ein Hafenlager haben vier Migranten in der Nacht auf Freitag einen Anwohner von Ceuta auf dem Motorrad mit einem Messer überfallen. Wie El Español unter Berufung auf die Aussage des Opfers bei El Pueblo de Ceuta berichtet, wollten die Täter dem Mann das Mobiltelefon und eine Goldkette entreißen. Der Angriff ereignete sich am Kreisverkehr zwischen dem Friedhof Sidi Embarek und der Auffahrt zum Universitätskrankenhaus, während rund 4000 Irreguläre von den Stränden zum neuen Zeltlager am Hafen rannten. Während des Gerangels erlitt der Motorradfahrer mehrere Stichwunden an beiden Flanken und einer Hand. Eine in der Nähe patrouillierende Einheit der spanischen Legion versorgte ihn und brachte ihn ins Krankenhaus. Die vier Tatverdächtigen sind weiter flüchtig.
Das ist kein Betriebsunfall am Rande einer „humanitären Umsiedlung“. Es ist das sichtbare Ergebnis einer Politik, die erst die Grenze von Marokko nach Ceuta offenlaufen lässt und danach die Enklave mit Tausenden Irregulären als Verwaltungsproblem behandelt. Nach Angaben der Stadtregierung bleiben noch immer rund 13.000 Personen ohne legalen Aufenthalt in dem winzigen Territorium, nachdem Ende Juli Zehntausende über die Grenze kamen. Madrid spricht von niedrigeren Zahlen, baut aber trotzdem Zeltstädte am Hafen. Hafenpräsident Juan Manuel Doncel erfuhr von der Verlegung nach eigener Aussage erst aus dem Fernsehen, obwohl er zuvor mit der Regierungsdelegation gesprochen hatte. Polizisten klagten über ein lächerliches Kräfteverhältnis von rund siebzig Beamten gegen Tausende. Die oppositionelle PP wirft der Regierung vor, Polizei und Guardia Civil „verkauft“ zu haben. Wer in diesem Durcheinander auf dem Motorrad unterwegs ist, wird zur Beute.
Dass die Täter ausgerechnet Handy und Goldkette wollten, ist kein Randdetail. Es ist die nüchterne Ökonomie eines Lagers, in dem der Staat Unterkunft verspricht, die öffentliche Ordnung aber nicht mehr durchsetzen kann. Warnschüsse in die Luft und Polizeiladungen sollten den Ansturm auf knapp 1800 Hafenplätze bändigen, während Anwohner nicht mehr normal zur Arbeit oder zur Schule kamen. Dasselbe Muster kennt man längst nördlich der Straße von Gibraltar: In Wien explodiert die Jugendkriminalität syrischer Tatverdächtiger, F-NEWS hat das dokumentiert. In Fulda verletzte ein Iraker neun Polizisten, auch darüber wurde berichtet. Wer Grenzen nicht schützt, exportiert das Messer in den Kreisverkehr. In Ceuta steht das jetzt nicht mehr nur an den Stränden, sondern am Motorrad eines Anwohners, der zur falschen Minute an der falschen Kreuzung hielt.








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