Dritter Malaria-Toter in Frankfurt

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Einer der beiden zuletzt in Frankfurt-Schwanheim gemeldeten Malaria-Patienten ist gestorben. Damit hat die Krankheit im Raum Frankfurt innerhalb weniger Wochen bereits drei Menschen das Leben gekostet. Der neue Todesfall macht aus einer zunächst vorsichtig eingeordneten Warnung bitteren Ernst.

Der Verstorbene lebte im Stadtteil Schwanheim nahe dem Frankfurter Flughafen. Nach Angaben des Gesundheitsamtes hatte er weder ein Malaria-Endemiegebiet bereist noch am Flughafen gearbeitet. Gemeinsam mit einer weiteren Person war er Anfang der Woche positiv auf den Erreger Plasmodium falciparum getestet worden. Dieser Parasit verursacht die besonders gefährliche Malaria tropica.

Die Behörde geht davon aus, dass eine mit einem Flugzeug eingeschleppte Anophelesmücke vom Flughafen in das angrenzende Wohngebiet gelangte und dort Menschen infizierte. T-Online berichtet, dass dem Gesundheitsamt seit Anfang der Woche keine weiteren Fälle gemeldet worden seien.

Bereits im Sommer waren sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens erkrankt. Zwei von ihnen starben. Die beiden später bekannt gewordenen Infektionen in Schwanheim waren besonders auffällig, weil die Betroffenen keinen direkten beruflichen Bezug zum Flughafen und keine entsprechende Reisegeschichte hatten. Der neue Todesfall ist somit der erste bekannte tödliche Verlauf bei einem Anwohner aus dem Umfeld des Flughafens.

Noch heute hatte F-News gefragt, ob die Malariawarnung für Frankfurt berechtigt oder überzogen ist. Die damalige Einordnung blieb bewusst zurückhaltend: Eine allgemeine Malariawelle war nicht belegt, die Gefahr für die Gesamtbevölkerung galt nach Behördenangaben als sehr gering. Zugleich war die Warnung an Ärzte angesichts der neuen Fälle ausdrücklich ernst zu nehmen. Der dritte Todesfall bestätigt, dass diese medizinische Vorsicht notwendig war.

Malaria wird im normalen Alltag nicht von Mensch zu Mensch übertragen. In der Regel braucht es den Stich einer infizierten weiblichen Anophelesmücke. Gerade deshalb ist der Fall aus Schwanheim alarmierend. Die Infektion blieb nicht auf Beschäftigte innerhalb des Flughafengeländes begrenzt, sondern erreichte einen nahe gelegenen Stadtteil.

Das Gesundheitsamt fordert Ärzte auf, bei Patienten mit unklarem Fieber auch ohne Tropenreise eine Malariaerkrankung in Betracht zu ziehen. Das gilt besonders für Menschen, die am Flughafen arbeiten, sich dort regelmäßig aufhalten oder in der Umgebung wohnen. Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden können leicht mit einer Grippe oder einem gewöhnlichen Infekt verwechselt werden. Bei Malaria tropica kann eine verspätete Diagnose tödlich enden.

Frankfurt ist damit noch immer kein Malariagebiet und seit Wochenbeginn sind keine weiteren Infektionen bekannt. Doch drei Tote und zwei Erkrankungen außerhalb des Flughafens lassen sich nicht mehr als bloße Panikschlagzeile abtun.

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