FPÖ warnt vor dem schleichenden Bargeld-Tod

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FPÖ-Konsumentenschutzsprecher Peter Wurm warnt vor einem stillen Ende des Bargelds und sieht den digitalen Euro bereits als politisches Endziel. In einer Aussendung fragt der Abgeordnete, ob wir uns schon am Anfang vom Ende der „gedruckten Freiheit“ befinden, und wirft der Öffentlichkeit vor, die Gefahr noch immer zu unterschätzen. Wurm beschreibt keinen nächtlichen Verbotsakt, sondern einen leisen Infrastrukturabbau unter dem Deckmantel von Modernisierung und Bequemlichkeit: Hunderte Gemeinden würden von der Bargeldversorgung abgeschnitten, Bankomaten ausgedünnt, während die EZB den digitalen Euro mit großem Aufwand vorantreibe und auf europäischer Ebene Obergrenzen für Bargeldzahlungen festzurrt würden. Genau das ist das Muster, das F-NEWS bereits beim Brüsseler Kontrollgeld beschrieben hat: Erst wird das analoge Notfallsystem unpraktisch gemacht, dann erscheint das staatliche Wallet als einzig verbliebene Lösung.

Wer das als Verschwörungstheorie abtut, sollte sich die Reihenfolge ansehen. Zuerst verschwinden Filialen und Automaten aus der Fläche. Dann wird Bargeld als umständlich, unsicher und rückständig gerahmt. Danach folgen Limits, Meldepflichten und der digitale Euro als „Ergänzung“, die in der Praxis zur Ersatzwährung für alles wird, was sich noch kontrollieren lässt. Wurm nennt das Ziel beim Namen: den gläsernen Konsumenten, dessen finanzielle Privatsphäre Staaten und Konzernen weichen müsse. Dass dieselbe Logik in Deutschland nach dem Sachsen-Anhalt-Wahlkampf sogar als Gegenmodell auftaucht, zeigt der Blick auf die AfD-Linie für Bitcoin statt digitalen Euro. Freiheitliches Geld heißt dort Selbstverwahrung, nicht ein Wallet, das sich per Software drosseln, sperren oder politisch konditionieren lässt. Der digitale Euro braucht dafür keine offene Abschaffung des Scheins. Es reicht, wenn der letzte funktionierende Automat drei Dörfer weiter steht und der Einkauf ohne App irgendwann als Sonderfall gilt.

Wurm hat recht in einem Punkt, den die Werbesprache der Zentralbanken systematisch verdeckt. Bargeld ist kein Nostalgieartikel. Es ist das einzige allgemein akzeptierte Zahlungsmittel, das ohne Konto, ohne Netz, ohne Zustimmung eines Intermediärs funktioniert. Fällt diese Reserve weg, bleibt im Ernstfall nicht „Innovation“, sondern Abhängigkeit. Stromausfall, Kontensperre, Zahlungslimit oder eine politisch gewünschte Transaktionssperre werden dann vom Störfall zur Steuerung. Genau deshalb ist der Satz von der „Ergänzung“ so durchsichtig. Ergänzt wird hier nicht das Bargeld. Ergänzt wird die Reichweite der Kontrolle. Wer das für übertrieben hält, darf sich fragen, warum ausgerechnet das analoge Notfallsystem so konsequent unattraktiv gemacht wird, während das überwachbare Pendant mit Steuergeld und EZB-Propaganda durchgesetzt werden soll.

Der Kampf um den Schein ist deshalb kein Folklore-Diskurs der FPÖ, sondern die Frage, ob Zahlungen künftig noch privat möglich sind. Wurm kündigt an, diesen Kampf „mit aller Entschlossenheit“ zu führen. Sobald das Bargeld nur noch auf dem Papier geschützt und in der Fläche schon tot ist, bleibt von der Wahlfreiheit ein Werbespot. Dann zahlt der Bürger nicht mehr. Dann wird er verbucht.

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