Geheimdienst-Blamage: Britische Schnüffler finden ihre eigenen Daten nicht mehr

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Der britische Abhördienst GCHQ sammelt sensible Informationen, kann aber Tausende eigene Datenträger nicht zuverlässig zuordnen oder auffinden. Wie Reclaim The Net berichtet, kritisiert die zuständige Kontrollbehörde IPCO das seit Jahren ungelöste Problem. Betroffen sein können auch Daten, die mithilfe gesetzlicher Überwachungsbefugnisse erlangt wurden.

Im am 29. Oktober veröffentlichten Jahresbericht 2025 nennt die Aufsicht USB-Sticks, externe Festplatten, CDs, Speicherkarten und andere tragbare Medien. GCHQ schätzt den Bestand, dessen Verbleib sich nicht unmittelbar klären lässt, auf Tausende Stück. Wie viele davon tatsächlich endgültig verloren sind, soll erst nach weiteren Nachforschungen feststehen.

Kontrolleur Brian Leveson beanstandet, dass Ausmaß, Verbleib und Rückholbarkeit noch immer nicht ausreichend geklärt seien. Die Aufsicht sei über die Dauer der Untersuchung enttäuscht. Ein neues System zur Erfassung von Ausgabe, Lagerung und Standort der Datenträger soll laut Bericht 2026 eingesetzt werden. Ob Daten Unbefugte erreicht haben, wird darin nicht als erwiesen festgestellt.

Die Vorgeschichte macht die Panne besonders schwerwiegend. Schon der Kontrollbericht für 2024 beschrieb, dass GCHQ und der Inlandsdienst MI5 zahlreiche Geräte nicht finden konnten. Darauf konnten Informationen bis zur Geheimhaltungsstufe „Top Secret“ liegen. Die meisten damals nicht auffindbaren Geräte waren allerdings verschlüsselt oder durch eine PIN geschützt. Die Aufsicht führte die Verluste auf unzureichende Kontrollsysteme bei Ausgabe und Rückgabe zurück.

GCHQ räumte gegenüber The Register ein, dass das frühere Verwaltungssystem die registrierten Medien nicht zuverlässig verfolgen konnte. Zugleich erklärte der Dienst, sämtliche notwendigen Korrekturen seien vorgenommen worden. Das beantwortet noch nicht, wo die fraglichen Datenträger geblieben sind.

Der Fall trifft den Anspruch des britischen Überwachungsstaates an einer empfindlichen Stelle. London verlangt Zugriff auf geschützte Kommunikation, während ausgerechnet sein Abhördienst die eigene Datenverwahrung nicht vollständig nachvollziehen kann. Über den Streit um Apples erweiterten iCloud-Schutz in Großbritannien hat F-News bereits berichtet. Auch in Deutschland stehen zusätzliche Geheimdienstbefugnisse zur Debatte. Wer mehr Datenzugriff fordert, sollte wenigstens erklären können, wo die bereits eingesammelten Daten bleiben.

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