Goldverkäufer Schiff erklärt Bitcoin für wertlos – der CLARITY-Act war nur der Vorwand

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Goldlobbyist Peter Schiff hat das Scheitern des US-Marktstrukturgesetzes CLARITY Act im Senat sofort in die nächste Werbebotschaft gegen Bitcoin umgebaut. Wie The Street berichtet, antwortete Schiff auf X dem Investor Anthony Pompliano, der geschrieben hatte, Bitcoin brauche den CLARITY Act nicht, weil Bitcoin bereits Klarheit habe. Schiffs Satz lautete: „Es ist sehr klar, dass Bitcoin wertlos ist. Kein Gesetz des Kongresses ist nötig.“ Der Anlass war kein neues Gutachten und kein Marktbeweis, sondern eine gescheiterte Cloture-Abstimmung am 15. September. Der Digital Asset Market Clarity Act verfehlte die 60 Stimmen, die im Senat nötig gewesen wären, um die Debatte überhaupt zu eröffnen. Das Ergebnis lag bei knapp 49 zu 50. Alle abstimmenden Demokraten blockierten das Verfahren, mehrere Republikaner ebenfalls.

Genau das macht Schiffs Pointe so durchsichtig. Der CLARITY Act sollte Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC sortieren und vor allem den Markt für digitale Rohstoffe und Stablecoins rechtlich zurechtschneiden. Bitcoin selbst gilt in den USA seit Jahren als Commodity, wird über Spot-ETFs gehandelt und braucht kein neues Gesetz, um zu existieren. Pompliano hat das gesagt. Schiff hat daraus eine Verkaufsnummer gemacht. Seit mehr als einem Jahrzehnt erklärt derselbe Mann Bitcoin für wertlos, während der Kurs nach dem Senatsvotum immer noch um die 75.000 Dollar pendelte. Wer Goldfonds, Goldmünzen und Goldrhetorik verkauft, hat ein Interesse daran, jedes Washington-Theater als Grabrede für den größten Konkurrenten zu verkaufen. Dass Banken und Kryptoindustrie sich monatelang vor allem um Stablecoin-Zinsen und Einlagenkonkurrenz gestritten haben, interessiert in dieser Erzählung nicht. Interessant ist nur der Satz, der ins eigene Geschäftsmodell passt.

Die Niederlage in Washington ist trotzdem kein Belanglosigkeitsbonus. Galaxy-Chef Mike Novogratz sprach von einer kaputt wirkenden Regierung nach eineinhalb Jahren Verhandlungen. Coinbase-Chef Brian Armstrong nannte das Ergebnis enttäuschend, behandelte es aber nicht als endgültiges Aus. Für die Industrie bedeutet das: Kein Bundesrahmen für 2026, weiter Flickenteppich zwischen Behörden, weiter Druck der Bankenlobby gegen verzinsliche Stablecoins. Für Bitcoin bedeutet es etwas anderes. Der Preis rutschte nach der Abstimmung unter 75.000 Dollar, Miner- und Börsenaktien verloren stärker. Das ist Marktstimmung, keine Wertvernichtung per Senatsbeschluss. Wer daraus ableitet, ein Asset ohne staatlichen Stempel sei nichts wert, argumentiert wie ein Beamter, nicht wie ein Ökonom.

Schiff wiederholt damit nur seine alte Goldlehre: Energie im Mining sei verbraucht, also bleibe nichts übrig, Gold hingegen liege noch im Tresor. Dass Millionen Menschen Bitcoin halten, dass der CFTC-Status als Ware längst da ist und dass ausgerechnet Parteien wie die AfD nach dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt auf Bitcoin statt auf den digitalen Euro setzen, kommt in dieser Rechnung nicht vor. Ebenso wenig die schlichte Unterscheidung, die F-NEWS schon bei der Krisenvorsorge mit Bitcoin, Stablecoins und Bargeld gezogen hat: Bitcoin ist kein Staatsgeld und genau deshalb für viele der Gegenentwurf zu CBDC, Kontosperre und digitaler Kontrolle. Ein Gesetz, das in Washington an Parteitaktik und Bankeninteressen scheitert, ändert daran nichts.

Wertlos ist hier vor allem die Beweisführung. Schiff braucht den Kongress nicht, um Bitcoin für tot zu erklären. Er braucht nur eine Schlagzeile, einen Rivalen auf X und die Gewissheit, dass Gold sich besser verkauft, wenn digitales Geld als Nichts dasteht. Der CLARITY Act ist gescheitert. Bitcoin nicht.

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