Mehrere Notrufe gingen am Samstagmorgen gegen 3.10 Uhr bei der Polizei in Meschede ein. Am Anleger der EMS Hennesee prügelten sich nach Angaben der Anrufer zwischen 30 und 50 Menschen. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an. Was sie vorfand, beschreibt die Behörde mit einer bemerkenswert unergiebigen Formulierung: Mehrere Personen hätten sich „in kleinen und größeren Gruppen“ geprügelt.
Einige Beteiligte flüchteten, als die Einsatzkräfte eintrafen. Erst das große Polizeiaufgebot beendete die Schlägereien. Mindestens fünf Menschen wurden leicht verletzt. Die Beamten blieben bis etwa 5.30 Uhr am Anleger, um weitere Straftaten zu verhindern. Geschrieben wurden mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch.
Ausgangspunkt war nach den ersten Ermittlungen eine Party auf dem Fahrgastschiff EMS Hennesee. Eine zuvor aggressiv aufgefallene Person wurde von der Security des Schiffes verwiesen. Andere Gäste solidarisierten sich mit ihr. Danach flogen vom Ufer Steine auf das Schiff. Mindestens fünf Scheiben gingen zu Bruch. Anschließend verlagerte sich die Gewalt rund um den Anleger.
Wer sich dort mit wem und aus welchem Grund prügelte, müsse noch ermittelt werden, teilt die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis mit. Das mag für einzelne Faustschläge gelten. Für eine erste Beschreibung des Mobs müsste die Polizei allerdings nicht auf das Ende eines monatelangen Ermittlungsverfahrens warten. Dutzende Beamte waren vor Ort. Beteiligte wurden kontrolliert, verletzt oder angezeigt. Trotzdem erfährt die Öffentlichkeit weder Alter noch Herkunft noch Geschlecht noch irgendein anderes Merkmal der beteiligten Gruppen.
Was für Gruppen waren das also? Einheimische Jugendliche, Fußballfans, Partygäste aus der Region oder Angehörige bestimmter migrantischer Milieus? Die Polizeimeldung liefert darauf keine Antwort. Deshalb wäre es unseriös, eine Herkunft zu behaupten. Ebenso unseriös ist es jedoch, eine Massenschlägerei mit bis zu 50 Beteiligten hinter dem Wort „Gruppen“ verschwinden zu lassen.
Die Bürger müssen nicht die Namen jedes Beschuldigten kennen. Sie haben aber ein berechtigtes Interesse daran, wer den öffentlichen Raum in einen Schauplatz von Steinwürfen und Rudelgewalt verwandelt. Eine grobe Einordnung gefährdet keine Ermittlungen. Sie verhindert vielmehr, dass Gerüchte die Informationslücke füllen, welche die Polizei selbst geschaffen hat.
Bei anderen Massenschlägereien werden Nationalitäten durchaus genannt, sobald sie feststehen. F-News berichtete etwa über syrische Familienclans in Neunkirchen und eine Auseinandersetzung zwischen Syrern und Eritreern vor einer Shisha-Lounge. Am Hennesee bleibt vorerst alles im sprachlichen Nebel.
Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zu den Schlägereien, den Steinwürfen oder den flüchtenden Beteiligten machen können. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Meschede unter der Rufnummer 0291 90200 entgegen.
Quelle: Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis.







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