Halloween: Das ist geschehen – lässt sich das mit Frankreich vergleichen?

|

|

Am Nachmittag wirkten die „Gen Z regelt“-Kundgebungen vielerorts noch wie ein laues Lüftchen. In der Nacht zum 1. November war davon in mehreren Innenstädten nichts mehr übrig. Was Ladenbesitzer vor Halloween befürchtet und Schaufenster vorsorglich gesichert hatten, trat vor allem in Frankfurt ein: Scheiben, Plünderungen, Brandsätze auf die Polizei.

Neueste Polizeizahlen vom Sonntagmorgen: In Berlin meldet die Polizei knapp 60 Festnahmen und 27 leicht verletzte Beamte beim Abendaufzug am Rosenthaler Platz; die eigentliche Gen-Z-Kundgebung am Brandenburger Tor war nahezu störungsfrei. In Frankfurt nahm die Polizei bis spätabends mehr als 30 Personen vorläufig fest, setzte SEK und Wasserwerfer ein und sperrte die Zeil. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach von rund 100 „linksextremistisch motivierten Gewalttätern“, die sich unter die Demo gemischt hätten. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) nannte die Szenen „Gewaltexzesse“. Der Angriff auf den Waffenladen in der Berliner Straße und die Plünderungen sind hier im Detail dokumentiert: eine Festnahme am Laden, zwei Waffen sichergestellt, Rest gesichert.

Weitere Städte in Kurzform: Hamburg, rund 6.700 Teilnehmer, später rund 120 Personen am Steintorweg angehalten und vorläufig festgenommen, Wasserwerfer gegen brennende Barrikaden, 1.300 Beamte. Köln: Aufzug abgesagt, später fünf Ingewahrsamnahmen an der Domplatte, Wasserwerfer; Polizeipräsident Johannes Hermanns sagte, bei Vermummten seien Molotowcocktails und Nothämmer sichergestellt worden. Nürnberg: etwa 100 vorläufig festgesetzt. Stuttgart: rund 50 Straftaten, mehrere Festnahmen, fünf leicht verletzte Beamte. München blieb mit rund 4.000 Teilnehmern weitgehend ruhig (84 Ordnungswidrigkeiten). Leipzig meldete rund 6.500 Teilnehmer ohne vergleichbare Randale. In Hannover und Bremen wurden Beamte leicht verletzt.

Der Vergleich mit Frankreich am selben Halloween-Samstag: Das Innenministerium in Paris zählte 320.000 Demonstranten und bis 21 Uhr 565 Festnahmen; 70.000 Einsatzkräfte und 40.000 Kontrollen. In Paris, Lyon, Marseille und Rennes kam es bei der Auflösung zu Zusammenstößen und Tränengas. Allein im Bas-Rhin (Schwerpunkt Straßburg) brannten in der Halloween-Nacht nach Präfekturangaben 22 Fahrzeuge und 52 Mülltonnen. Das Muster ähnelt sich (friedlicher Tag, Gewalt am Abend). Die Größenordnung nicht: Frankreich hatte mehr Teilnehmer und mehr Festnahmen landesweit, Deutschland die spektakulärsten Plünderungen inklusive Waffenladen in einer einzelnen Einkaufsstraße.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert