In Hamburg haben selbst ernannte Klimaretter Dutzende fremde Autos lahmgelegt. Das sogenannte Widerstands-Kollektiv reklamiert 60 betroffene SUVs für sich und kündigt bereits weitere Aktionen an. Die endgültige Zahl war am Montag noch nicht von der Polizei bestätigt.
Die ersten Halter bemerkten am Sonntagabend gegen 23.30 Uhr platte Reifen an Fahrzeugen in der Badestraße, der Magdalenenstraße und der Alten Rabenstraße. Am Montagmorgen kamen weitere Fälle am Leinpfad hinzu. Nach Angaben des NDR nahm die Polizei mehrere Anzeigen wegen Sachbeschädigung auf. Der Staatsschutz ermittelt.
Die Täter sollen kleine rote Linsen in die Ventilkappen gelegt haben. Beim Zuschrauben drücken sie auf das Ventil und lassen die Luft langsam aus dem Reifen entweichen. An den Fahrzeugen wurden zudem Flugblätter hinterlassen. Wer den Druckverlust nicht rechtzeitig bemerkt, wird mit einer vermeintlichen Klimaschutzaktion auch noch einem unnötigen Sicherheitsrisiko ausgesetzt.
In einer an Medien verschickten Erklärung nennt das Kollektiv große Autos eine Zumutung für den städtischen Raum und behauptet, sie seien übermotorisiert. Eine Sprecherin kündigt weitere direkte Aktionen in Hamburg an. Die Täter verklären den Eingriff in fremdes Eigentum dabei zur „Selbsthilfemaßnahme“. BILD berichtete über das Bekennerschreiben.
Eine öffentlich abrufbare Seite mit dem vollständigen aktuellen Bekennerschreiben war zunächst nicht zu finden. Die Erklärung wurde offenbar als Presse-E-Mail verbreitet und in Papierform an den Fahrzeugen hinterlassen. Auf seiner eigenen Internetseite bezeichnet sich das Widerstands-Kollektiv als Nachfolger der Letzten Generation und wirbt für direkte Aktionen.
Das Vorgehen ist in Hamburg nicht neu. Im Juli 2023 meldete die Polizei Hamburg mindestens 28 SUVs, aus deren Reifen Luft abgelassen worden war. Damals wurde ebenfalls ein Bekennerschreiben sichergestellt und der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Eine neue eigenständige Polizeimeldung zur jetzigen Serie lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.
Auch die rechtliche Ausrede, es werde schließlich nichts zerschnitten, trägt nicht weit. Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover erklärten bereits 2022, dass das absichtliche Ablassen der Luft regelmäßig einen Anfangsverdacht wegen Sachbeschädigung nach Paragraf 303 des Strafgesetzbuches begründet. Darauf können Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe stehen.
Hier entscheidet eine kleine politische Gruppe eigenmächtig, welches Auto andere Menschen fahren dürfen. Die Halter werden nicht überzeugt, sondern morgens vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist keine Verkehrswende und keine Selbsthilfe. Es ist ideologisch begründete Sachbeschädigung mit dem Anspruch, über das Eigentum Unbeteiligter verfügen zu dürfen.
Der Hass auf das Auto trifft auf eine Branche, die politisch bereits massiv unter Druck steht. Das F-NEWS-Dossier Deutschlands Autoindustrie in der Krise dokumentiert die Folgen von Regulierung, Verbrenner-Aus und politisch erzwungenem Umbau.







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