Iran: 23-Jährige wegen Online-Beitrag zum Tode verurteilt

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Ein Beitrag in sozialen Medien kann im Iran mit dem Tod bestraft werden. Die 23-jährige Najmeh Amini ist wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden. Wie die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights am 9. Oktober berichtet, sitzt die junge Frau im Zentralgefängnis von Maschhad. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Es kann angefochten werden und wurde vom Obersten Gerichtshof noch nicht bestätigt.

Amini wurde dem Bericht zufolge am 3. Februar 2026 festgenommen. Die iranische Zeitung Khorasan bestätigte den Fall am 7. Oktober zunächst unter Nennung ihrer Initialen. Auslöser war ein Post, den die iranische Cyberpolizei als schwere Beleidigung religiöser Figuren wertete. Verhandelt wurde der Fall vor der sechsten Kammer des Strafgerichts der Provinz Chorasan Razavi. Wann das Urteil verkündet wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Aminis Verteidigung berief sich auf eine Äußerung ohne entsprechende Absicht. Die junge Frau erklärte laut dem zitierten Gerichtsbericht, sie habe vor dem Post halluzinogene Pilze konsumiert. Das iranische Strafrecht sieht bei bestimmten Beleidigungen des Propheten oder der schiitischen Imame die Todesstrafe vor, kennt aber auch Ausnahmen etwa bei Irrtum, fehlender Absicht oder einem Rauschzustand. Das Gericht ließ diese Einwände im Fall Amini nicht gelten.

Besonders aufschlussreich ist die Begründung des Richters, wie Iran Human Rights sie aus dem iranischen Bericht wiedergibt. Er fragte sinngemäß, weshalb Amini im behaupteten Rauschzustand nicht Amerika oder Israel beleidigt habe und noch gewusst habe, wo sie den Beitrag veröffentlichen wollte. Das Gericht behandelte ihre Erklärung damit als unglaubwürdig und hielt am Todesurteil fest.

Der Direktor von Iran Human Rights, Mahmood Amiry-Moghaddam, verlangt die Aufhebung des Urteils und einen Stopp der Hinrichtungen. Seine Organisation erinnert an zwei Männer, die 2023 im Iran wegen Gotteslästerung hingerichtet wurden. Auch andernorts kann derselbe Vorwurf ein Leben zerstören: F-NEWS berichtete über einen Musiker in Nigeria, der wegen Blasphemie weiter in Haft sitzt und dem die Todesstrafe droht.

Im Iran wird die staatliche Kontrolle über Äußerungen damit zur Frage von Leben und Tod. Während das Regime außenpolitisch um Zeit spielt, wie F-NEWS bereits über Teherans gefährliches Zeitspiel schrieb, sitzt eine 23-Jährige wegen eines Posts in Maschhad in einer Zelle und wartet auf die Entscheidung über ihr Todesurteil.

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