Papst Leo XIV. ist an Lungenkrebs erkrankt. Viele Menschen möchten für seine Genesung beten, haben aber die Gebete ihrer Kindheit längst vergessen. Kostenlose Handy-Apps können deshalb hilfreich sein. Fünf Minuten genügen. Im Bus, in der Mittagspause oder vor dem Einschlafen.
Vor der Krankheit sind alle gleich
Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs. Am 13. Oktober wurde ihm in Rom ein Teil der rechten Lunge entfernt. Die Operation verlief erfolgreich. Nun hoffen Millionen Menschen auf seine vollständige Genesung. Ob Papst, König oder einfacher Arbeiter: Das Schicksal macht keine Unterschiede. Schmerzen, Krankheit und die Angst um das eigene Leben kennen keinen Rang und keinen Titel. Fast jeder hat schon einmal am Krankenbett eines geliebten Menschen gesessen. Dann wissen wir, wie gut es tut, wenn andere an uns denken.
Gute Wünsche brauchen keine Briefmarke
Wenn ein Freund schwer erkrankt, schicken wir ihm eine Genesungskarte. „Wir wünschen dir von Herzen gute Besserung.“ Dabei sind wir davon überzeugt, dass diese Karte helfen soll. Der Kranke stellt sie auf das Tischchen neben dem Bett und freut sich, dass andere Menschen an ihn denken.
Beim Gebet ist es ähnlich. Nur braucht es keine Briefmarke, denn unser Bitten (man kann es auch Beten nennen) richten wir an eine höhere Macht irgendwo über den Wolken. Dort angekommen, soll unsere geistige E-Mail ganz automatisch an den Kranken weitergeleitet werden. Unsere Bitte an den Himmel soll Trost und Zuversicht frei Haus liefern. Beten ist wie „Gutes sagen“ über einen anderen. Dafür muss niemand Bischof sein und mit erhobenen Händen vor einer Gemeinde stehen. Jeder kann Gott bitten, einen anderen Menschen zu segnen. Doch ehrlich, wie oft tun wir es, obwohl wir es könnten?
Und wer einem anderen von Herzen nur das Allerbeste wünscht, kann nicht gleichzeitig die Faust in der Tasche ballen. Jedenfalls nicht gegen diesen Menschen. Beten macht ganz nebenbei auch uns selbst ein Stück friedlicher.
Fünf Minuten Urlaub vom Alltag
Noch heute läuten vielerorts morgens, mittags und abends die Kirchenglocken. Sie erinnern an eine alte Tugend: kurz innehalten. Doch wir modernen Menschen haben das Morgen-, Tisch- und Abendgebet nicht mehr auf der Zunge. Auch das Tischgebet gehörte lange zum Familienleben. Ein kurzer Dank, „Herr, segne diese Gaben“, bevor man sich über das Essen hermachte.
Manchmal sehen wir Fußballspieler, die sich vor dem Anpfiff bekreuzigen. Wenige Sekunden, in denen sie vielleicht um Schutz oder gutes Gelingen bitten. Beten ist ja keine zusätzliche Last. Es kann eine bewusste kleine Pause sein, zehn Sekunden oder drei Minuten, in denen wir uns aus dem Alltag zurückziehen. Ein Vaterunser, ein stiller Gedanke an einen Kranken. Die vertrauten Worte helfen auch uns selbst, ruhiger zu werden. Würde ich mich nicht auch freuen, wenn jemand für mich beten und an mich denken würde?
Was eben noch furchtbar wichtig erschien, sieht danach vielleicht schon anders aus. Muss ich mich wirklich über jede Kleinigkeit aufregen? Manchmal genügen zwei Minuten, um die Welt wieder ein Stück klarer zu sehen. Veilleicht heißen kurze Gebete auch deswegen Stoßgebete, weil sie etwas anstoßen können.
Kleine Gebete stecken heute auch im Handy
Viele Menschen haben als Kinder das Beten gelernt. Später geriet es in Vergessenheit. Wer erinnert sich nach vierzig Jahren noch an alle Gebete?
Hilfe bieten zahlreiche kostenlose Apps. Man kann einfach still auf dem Bildschirm mitlesen, ob in der Mittagspause, in der U-Bahn oder abends vor dem Einschlafen. Zwei Minuten, die Wunder bewirken können. Niemand muss dafür besonders fromm sein. Und wer möchte, kann mit einem einfachen Satz beginnen: „Lieber Gott, bitte hilf Papst Leo. Schenke ihm Gesundheit und gib seinen Ärzten eine glückliche Hand.“
Es kann sogar dem Betenden Ruhe schenken und dem Kranken das Gefühl geben, nicht vergessen zu sein.
Vielleicht hat die schwere Erkrankung des Papstes sogar eine unerwartete Nebenwirkung: Millionen Menschen erinnern sich wieder an die Gebete ihrer Kindheit. Sie holen aus ihrer geistigen Hausapotheke ein altes Mittel hervor, das sie längst vergessen hatten.
Diese Medizin für die Seele kostet nichts, braucht kein Rezept und hat kein Verfallsdatum. Und sie lässt sich verabreichen, selbst wenn der Kranke uns persönlich nicht kennt und uns auch nicht danken könnte.
Kostenlose Gebets-Apps findet man sowohl im App Store als auch im Google Play Store. Einfach nach „Christliche Gebete“, „Beten“ oder „Gebetbuch“ suchen. Dem Autor gefällt besonders die App „Latin Prayer“, weil sie traditionelle lateinische Gebete auch in deutscher Übersetzung anzeigt.








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