Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ein Kind durch Leihmutterschaft. Die beiden verkündeten die Schwangerschaft auf Instagram mit einem Ultraschallfoto. Demo für Alle kritisiert die öffentliche Glücksbotschaft scharf. Hinter dem erfüllten Kinderwunsch der Erwachsenen steht ein Kind, dessen Trennung von der Frau, die es austrägt, schon vor der Geburt geplant ist.
Jettens Partei D66 erklärt, Leihmutter und Eizellspenderin seien Niederländerinnen und Bekannte des Paares. Beide erhielten keine Vergütung. Die Schwangerschaft sei durch eine IVF-Behandlung in den Niederlanden entstanden und entspreche den dortigen Regeln. Die Frau, die das Kind austrägt, habe selbst bereits eine Familie. In der Parteimitteilung beschreibt sie ihre Entscheidung als Hilfe für den Traum ihrer Freunde.
Das Wort „unbezahlt“ beantwortet jedoch nicht den grundsätzlichen Einwand. Auch ohne Honorar wird eine Schwangerschaft mit dem Ziel vereinbart, das Kind anschließend anderen zu überlassen. Die Erwachsenen können zustimmen, das Kind kann es nicht. Die Bindung an die Frau, in deren Körper es heranwächst, lässt sich nicht dadurch erledigen, dass alle Beteiligten ihre Vereinbarung freundlich beschreiben. Ein Kinderwunsch begründet keinen Anspruch auf ein Kind.
Anders als die Rede von einer bloßen Grauzone nahelegt, erlaubt die niederländische Regierung Leihmutterschaft unter bestimmten Bedingungen ausdrücklich. Eine Frau darf im eigenen Umfeld gesucht werden, auch eine Erstattung von Auslagen ist zulässig. Verboten sind unter anderem die öffentliche Suche, das öffentliche Anbieten und die Förderung aus Gewinninteresse.
Parallel liegt ein 2023 eingebrachter Gesetzentwurf vor, der den rechtlichen Elternstatus neu ordnen soll. Ein Richter könnte bereits vor der Zeugung festlegen, dass die Auftraggeber ab der Geburt die rechtlichen Eltern sind. Auch bestimmte Verfahren im Ausland sollen leichter anerkannt werden. Der niederländische Kinderschutzrat führt die Vorlage weiterhin als Entwurf bei der Zweiten Kammer. Damit würde die Übergabe rechtlich schon vor Beginn der Schwangerschaft vorbereitet.
Demo für Alle warnt, der prominente Fall könne die gesellschaftliche Zustimmung zur Leihmutterschaft vergrößern. F-NEWS hat diese mediale Normalisierung bereits im Zusammenhang mit Jens Spahn aufgegriffen. Jettens persönliche Botschaft erreicht die Öffentlichkeit über dieselbe Partei, aus deren Reihen der damalige Justizminister die Reform vorgelegt hat. So treffen private Lebensplanung und politische Gesetzgebung unmittelbar aufeinander.
In Deutschland forderten bereits CDU-Abgeordnete ein Verbot nach italienischem Vorbild, das auch die Beauftragung im Ausland erfasst. Demo für Alle verlangt eine internationale Ächtung. Der Maßstab muss beim Kind liegen. Es ist kein Mittel, mit dem Erwachsene ihre Lebensplanung vervollständigen.
Das Faltblatt von Demo für Alle „Ein Baby ist keine Ware: Baby-Kauf verbieten!“ steht hier als PDF bereit. Gedruckte Exemplare können über die Bestellseite der Initiative angefordert werden.








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