Paul Craig Roberts hält weder die Demokraten noch die Republikaner für eine Partei, die die Interessen der Amerikaner vertritt. In einem Kommentar vor den US-Zwischenwahlen am 3. November wirft er den Demokraten einen radikalen Kurs in der Innenpolitik vor und kritisiert die Republikaner dafür, Präsident Donald Trump bei dessen Iran-Krieg und seiner Unterstützung Israels nicht zu bremsen.
Roberts beschreibt die Demokraten als Partei, die offene Grenzen, eine Ausweitung staatlicher Eingriffe in die Meinungsfreiheit und einen Angriff auf traditionelle Werte vorantreibe. Er meint, besonders aktive und lautstarke Kräfte innerhalb der Partei prägten inzwischen die politische Debatte, obwohl ihre Positionen nicht zwingend von der Mehrheit aller Demokraten geteilt würden. Als Beispiel für einen von ihm beklagten doppelten Maßstab führt Roberts den Umgang mit Donald Trump und der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James an.
Seine schärfste Kritik richtet Roberts jedoch gegen die Republikaner. Sie hätten dem Kurs der Demokraten wenig entgegenzusetzen und trügen durch politische Fehlentscheidungen selbst zum Verlust konservativer Unterstützung bei. Trump habe, so Roberts, entgegen seinem Versprechen, Kriege im Ausland zu beenden, die USA in einen Krieg mit Iran geführt. Der Präsident und die Republikaner stellten damit nach Roberts’ Einschätzung israelische Interessen über die wirtschaftlichen Folgen für die amerikanische Bevölkerung.
Der Autor verweist auf steigende Energiepreise und Inflation vor der Wahl. Höhere Kosten für Treibstoff und andere Güter träfen die Haushalte, während Reallöhne unter Druck gerieten. Roberts sieht darin eine Folge von Trumps Außenpolitik und wirft den Republikanern vor, aus Rücksicht auf politische Geldgeber und die Israel-Lobby zu handeln.
Am Ende fällt Roberts’ Urteil über beide Lager vernichtend aus: Die Demokraten wollten das Land nach seiner Darstellung ideologisch umbauen, die Republikaner seien unfähig, dem wirksam entgegenzutreten. Deshalb stellt er die Frage, ob in den USA überhaupt noch eine der beiden großen Parteien die Interessen der eigenen Bevölkerung vertritt.








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