Die Zeiten ändern sich. Der „Sockel der Anerkennung“ machte jede Stadt im Handumdrehen noch attraktiver. Wir flanieren bei Freunden durch blaue Innenstädte, über Marktplätze und historische Stätten. Wir betrachten Dichter, Denker und Entdecker aus Bronze und Stein, machen ein Foto und gehen weiter.
Warum sollen eigentlich immer nur andere auf dem Sockel stehen?
Die Lösung ist einfach und zukunftsweisend: Jede Stadt braucht einen Denkmalsockel für jedermann. Gemeint ist ein schlichter Betonkubus – einen Meter hoch, einen Meter breit, einen Meter tief. Umrahmt von einer dezenten Eisenkette. Damit jeder auf das Denkmal kommt eine kleine Treppe an die Rückseite. Aufgestellt an einem gut besuchten Platz, fertig. Kein Prunk, keine überflüssige Kunst, keine jahrelange Ausschreibung. Nur ein Kubikmeter Beton für die große Sehnsucht des Menschen, kurz im Mittelpunkt zu stehen.
An Betonblöcken herrscht seit 2015 ja hierzulande kein Mangel.
Wer möchte, steigt hinauf und lässt sich fotografieren. Zwei Minuten lang ist man nicht nur Passant, Kunde oder Wähler. Zwei Minuten lang ist man Mittelpunkt des öffentlichen Raums und fühlt sich wie jemand, der es geschafft hat. Militärisch, künstlerisch, musikalisch oder politisch wie am 6. September.
Die Begleitung tritt einige Schritte zurück, sucht den richtigen Blickwinkel und hält den denkwürdigen Augenblick fest. Vielleicht mit ernstem Gesicht. Vielleicht mit verschränkten Armen. Vielleicht mit jener konzentrierten Würde, die Menschen gewöhnlich nur bei Staatsakten oder sanften Revolutionen zeigen.
Der Sockel wäre keine Konkurrenz zu historischen Betonköpfen, sondern eine zeitgemäße Alternative. Die Betriebskosten wären überschaubar, denn der Sockel benötigt weder Strom, Solar oder WLAN. Er funktioniert bei Sonnenschein, Regen und auch bei Kundgebungen.
Der Redner wäre weithin sichtbar. Mehr braucht es nicht, um aus einem Touristen ein aktuelles Zeitdenkmal zu machen. In Erinnerung an die friedliche Schlacht zu Magdeburg am 6.9.26.







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