„Sag dreimal Wuff!“: Elf- und Zwölfjährige sollen 13-Jährige brutal misshandelt haben

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Eine 13-Jährige ist in Oberösterreich offenbar gezielt in eine Falle gelockt, gedemütigt und schwer verletzt worden. Wie Heute.at⁠ unter Berufung auf die „Kronen Zeitung“ berichtet, sollen zwei erst elf und zwölf Jahre alte Mädchen auf die Jugendliche eingeschlagen haben. Mehrere minderjährige Burschen sollen dabei gewesen sein. Einer von ihnen filmte die Tat mit seinem Mobiltelefon.

Unter dem Vorwand, gemeinsam schwimmen zu gehen, soll die 13-Jährige an die Traun gelockt worden sein. Dort warteten bereits fünf Burschen und die beiden mutmaßlichen Angreiferinnen. Die Jugendliche musste sich dem Bericht zufolge hinknien und ihre Hände nach oben halten. Anschließend soll sie mit den Worten bedroht worden sein: „Wenn du nicht dreimal ‚Wuff‘ sagst, gibt es Schläge!“

Noch bevor das Mädchen reagieren konnte, soll die Zwölfjährige ihr eine Ohrfeige gegeben haben. Danach habe auch die Elfjährige zugeschlagen. Schließlich soll das Opfer einen Kniestoß gegen den Kopf bekommen haben und zusammengebrochen sein. Die Aufnahmen der Demütigung und der Gewalt wurden später in sozialen Netzwerken verbreitet. Einige der Beteiligten kannte die 13-Jährige persönlich.

Die Folgen waren erheblich. Das Gesicht des Mädchens soll mehrere Tage lang geschwollen gewesen sein. Im Krankenhaus wurden schwere Rippenprellungen und ein angeknackster Daumen festgestellt. Auch psychisch hinterließ die Attacke deutliche Spuren. Die Mutter berichtete von schlaflosen Nächten und davon, die Bilder der Tat nicht mehr aus dem Kopf bekommen zu haben. Auch ihre erst siebenjährige Tochter sei mit den Folgen des Angriffs konfrontiert worden.

Die Mutter erstattete Anzeige. Nur drei Wochen später erhielt sie jedoch die Mitteilung, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt worden sei. Die beiden mutmaßlichen Haupttäterinnen hatten zum Zeitpunkt der Tat das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet und waren damit nach österreichischem Recht nicht strafmündig. Auch gegen die beteiligten Burschen gab es dem Bericht zufolge keine strafrechtlichen Folgen. Sie sollen ihre Beteiligung bestritten haben.

Der Fall erinnert an die Messerattacke eines strafunmündigen Zwölfjährigen in Wien⁠, nach der ebenfalls eine Debatte über die Grenzen des Strafrechts und den Umgang mit gewalttätigen Kindern begann. Auch aus Deutschland werden immer wieder erschreckende Vorfälle bekannt. F-NEWS berichtete bereits darüber, wie der Staat angesichts der zunehmenden Gewalt an Berliner Schulen offenbar schon im Klassenzimmer die Kontrolle verliert.

Die jüngere der beiden mutmaßlichen Angreiferinnen soll später über WhatsApp um ein persönliches Treffen gebeten haben, um sich zu entschuldigen. Die 13-Jährige lehnte ab, weil sie der Einladung nicht vertraute. Nach einer zuvor offenbar bewusst vorbereiteten Falle ist dieses Misstrauen kaum verwunderlich.

Dass Kinder unter 14 Jahren nicht strafrechtlich verantwortlich gemacht werden können, bedeutet nicht, dass der Staat tatenlos bleiben darf. Jugendhilfe, Schule, Eltern und Behörden müssen zumindest dafür sorgen, dass das Opfer geschützt wird und die mutmaßlichen Täterinnen nicht einfach folgenlos zur Tagesordnung übergehen. Wenn eine Jugendliche in eine Falle gelockt, wie ein Tier erniedrigt, verletzt und anschließend durch die Verbreitung des Videos noch öffentlich vorgeführt wird, reicht der knappe Hinweis auf die Strafunmündigkeit nicht aus. Für das Opfer bleiben schließlich auch die Folgen nicht aus.

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