Die Koalition in Berlin hat sich nach Medienberichten auf eine kräftigere Erhöhung der Tabaksteuer verständigt. Unionspolitiker im Finanzausschuss haben ihren Widerstand gegen den verschärften Plan offenbar aufgegeben. Eine Packung mit 20 Zigaretten könnte 2027 im Durchschnitt 9,10 Euro und 2030 rund 11,78 Euro kosten. Das Gesetz ist damit noch nicht endgültig beschlossen; es muss die weiteren parlamentarischen Beratungen durchlaufen. Der Griff in die Tasche der Raucher hat in der Koalition aber seine Mehrheit gefunden.
Im Finanzausschuss des Bundestags lag bereits ein Änderungsantrag von Union und SPD auf dem Tisch. Er geht über den ursprünglichen Regierungsentwurf hinaus. Nach der Berechnung der Koalition sollen die Änderungen 2027 rund 1,523 Milliarden Euro zusätzlich bringen, über die Jahre 2027 bis 2030 zusammen etwa 11,7 Milliarden Euro. Das sind Prognosen, keine bereits vereinnahmten Steuern. Über einzelne Punkte, darunter die Besteuerung von Feinschnitt, wird noch gestritten.
An Geld aus dem Tabakverkauf mangelt es dem Bund schon jetzt nicht. Laut Bundesfinanzministerium flossen 2025 genau 17,632 Milliarden Euro Tabaksteuer in die Kasse. Heruntergerechnet sind das rund 48,3 Millionen Euro pro Tag und gut 2 Millionen Euro pro Stunde. Die geplanten 1,523 Milliarden Euro für 2027 wären zusätzliches Aufkommen gegenüber dem bisherigen Steuerpfad; sie dürfen nicht einfach als schon erzielte Einnahmen auf die Zahl für 2025 geschlagen werden. Aber die Richtung ist unübersehbar: Der Staat plant fest mit weiterem Geld vom Rauchen.
Offiziell soll das der Gesundheit dienen. Der Gesetzentwurf nennt allerdings auch ausdrücklich die Entlastung des Bundeshaushalts als Zweck. Man möchte weniger Raucher und zugleich Milliarden mehr von Rauchern. Das ist eine bemerkenswert praktische Form der Fürsorge. Hauptsache, die letzte Zigarette wird noch ordnungsgemäß versteuert.
Und während Berlin rechnet, wächst in Brüssel der Druck auf weitere Beschränkungen. Wie brandaktuell berichtet, verlangen acht EU-Staaten in einem Brief strengere Vorgaben für Tabak- und Nikotinprodukte. Die Niederlande, Belgien, Finnland, Frankreich, Ungarn, Lettland, Slowenien und Spanien wollen unter anderem neue Nikotinprodukte vom Markt fernhalten, Aromen einschränken, Verpackungen vereinheitlichen und den Onlinehandel begrenzen. Der Brief ist eine politische Forderung, noch kein EU-Gesetz. Deutschland hat ihn nicht unterzeichnet.
Wer jede Zigarette allein aus Sorge um die Gesundheit verhindern wollte, müsste den Verkauf vollständig verbieten. Dann wären allerdings auch die Steuereinnahmen weg. Stattdessen bleibt Tabak legal, wird teurer und füllt weiterhin den Haushalt. F-NEWS berichtete bereits über die kaum veränderte Raucherquote trotz Kampagnen und über Pläne für ein umfassendes Rauchverbot in der Türkei. In Deutschland soll der Bürger vor allem eines: weniger rauchen und mehr dafür bezahlen.








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