Trump plant Exportverbot für Diesel – steigen die Preise jetzt weiter?

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Donald Trump erwägt, die Ausfuhr von Diesel aus den USA zu beschränken oder vorübergehend ganz zu stoppen. Damit will der Präsident die Rekordpreise im eigenen Land drücken. Für Europa könnte die Rechnung genau umgekehrt ausfallen. Fällt ein Teil der amerikanischen Lieferungen weg, droht auf dem ohnehin angespannten Markt der nächste Preisschub.

Entschieden ist das Verbot noch nicht. Trump sagte zuletzt, seine Regierung prüfe den Schritt weiterhin sehr ernsthaft. Finanzminister Scott Bessent bestätigte, dass sowohl ein vollständiges als auch ein teilweises Verbot untersucht werde. Einen Bericht über einen bereits vorbereiteten Exportstopp für 90 Tage wies das Weiße Haus dagegen zurück. Die richtige Formulierung lautet deshalb: Der Plan liegt auf dem Tisch, ein fertiger Beschluss liegt noch nicht vor.

Der politische Druck ist enorm. Diesel kostete in den USA zuletzt mehr als 6,50 Dollar je Gallone. Farmer, Spediteure und Pendler verlangen Entlastung. Die Vereinigten Staaten exportieren nach Angaben von S&P Global täglich ungefähr 1,5 Millionen Barrel Diesel und andere Destillate. Bleiben diese Mengen im Land, könnte der amerikanische Preis zunächst sinken.

Die Folgen würden jedoch nicht an der US-Grenze enden. Amerika ist der größte Dieselausführer der Welt. Europa bezieht inzwischen erhebliche Mengen aus amerikanischen Raffinerien. S&P Global erwartet für das dritte Quartal Lieferungen von rund 360.000 Barrel pro Tag nach Europa. Vor dem Krieg lag der Wert noch bei ungefähr 250.000 Barrel. Ein Exportverbot würde damit ausgerechnet in einer Phase zuschlagen, in der der internationale Markt bereits unter Ausfällen, Kriegen und anderen Ausfuhrbeschränkungen leidet.

Goldman Sachs rechnet bei einem amerikanischen Exportstopp zunächst mit einem Anstieg der europäischen Großhandelspreise um etwa drei Dollar je Barrel oder knapp zwei Prozent. Freigaben aus strategischen Reserven könnten ungefähr die Hälfte dieses Anstiegs abfedern. Das wäre aber nur eine Notlösung. Reserven ersetzen keine dauerhaften Lieferungen.

Für deutsche Autofahrer kommt die Drohung zur Unzeit. Der September war nach Daten des ADAC der teuerste Tankmonat seit Beginn der Auswertung. Diesel kostete im Monatsdurchschnitt etwa 2,38 bis 2,39 Euro je Liter. Am 25. September lag der vom ADAC genannte Wochenmittelwert bereits bei 2,43 Euro. Schon die Eskalation rund um die Straße von Hormus hatte Benzin und Heizöl verteuert. Zusätzlich warnte F-News vor einer drohenden Ölkrise nach dem Stopp einer saudischen Pipeline.

Ob an der deutschen Zapfsäule wirklich zwei Prozent hinzukommen, lässt sich daraus nicht direkt berechnen. Zwischen dem Großhandelspreis und dem Betrag an der Tankstelle liegen Raffineriemargen, Transportkosten, Steuern und die Preisgestaltung der Konzerne. Klar ist nur die Richtung: Wenn einer der größten Lieferanten den Weltmarkt künstlich verknappt, steigt der Druck auf Europa.

Selbst in Trumps Regierung gibt es deshalb Widerstand. Energieminister Chris Wright hält ein pauschales Verbot für untauglich. Raffinerien erzeugen Diesel, Benzin und Kerosin gemeinsam. Können sie überschüssigen Diesel nicht mehr exportieren, könnten sie ihre Gesamtproduktion drosseln. Dann würde zwar kurzfristig mehr Diesel in den USA bleiben, gleichzeitig könnten dort Benzin und Flugkraftstoff teurer werden. Europa müsste fehlende Mengen zu höheren Preisen anderswo einkaufen.

Für Trump ist das Exportverbot innenpolitisch verlockend. Es verspricht schnelle Entlastung für amerikanische Wähler, während ein Teil der Kosten ins Ausland verschoben wird. Für Deutschland ist es ein weiteres Warnsignal. Die Energieversorgung hängt von internationalen Lieferketten ab, die immer häufiger als politisches Druckmittel dienen. Wenn Washington den Hahn tatsächlich zudreht, dürfte Diesel hier kaum billiger werden.

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