139,6 Milliarden für die Kriegsmaschine: Verteidigungsetat explodiert

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Deutschland rüstet in einem Tempo auf, das noch vor wenigen Jahren als undenkbar gegolten hätte. Die Verteidigungsausgaben sollen 2027 auf 139,6 Milliarden Euro steigen. Das sind 31,4 Milliarden Euro mehr als im laufenden Jahr und der höchste Stand seit dem Ende des Kalten Krieges.

Nach den Angaben des Deutschen Bundestages sieht der Haushaltsentwurf von Verteidigungsminister Boris Pistorius 109,7 Milliarden Euro im regulären Wehretat vor. Weitere 29,9 Milliarden Euro sollen aus dem Sondervermögen Bundeswehr kommen. Zum Vergleich: 2026 fließen insgesamt 108,2 Milliarden Euro in den Militärbereich.

Der größte Geldstrom geht in neue Waffen und militärische Ausrüstung. Mehr als 60 Milliarden Euro sind allein für Beschaffungen vorgesehen. 30,3 Milliarden kommen aus dem regulären Haushalt, weitere 29,9 Milliarden aus dem Sondervermögen. Im laufenden Jahr sind es 45 Milliarden Euro. Die Beschaffungsausgaben steigen damit innerhalb eines Jahres um mehr als 15 Milliarden Euro.

Auch die übrigen Posten wachsen kräftig. Für den Erhalt des vorhandenen Materials sind 8,6 Milliarden Euro eingeplant, für Wehrforschung, Entwicklung und Erprobung 2,9 Milliarden Euro. Die Personalausgaben sollen auf 26,7 Milliarden Euro steigen. Für Kasernen, Anlagen und die Unterbringung der Soldaten sind 19,3 Milliarden Euro vorgesehen. Das sind 7,8 Milliarden Euro mehr als 2026.

Möglich wird diese Ausgabenexplosion durch zwei politische Entscheidungen. Zum einen existiert das 2022 beschlossene Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Zum anderen wurden Verteidigungsausgaben durch eine Grundgesetzänderung von der Schuldenbremse ausgenommen. Für Panzer, Munition und Militärtechnik gilt damit praktisch eine offene Kreditlinie, während bei vielen zivilen Aufgaben über fehlendes Geld geklagt wird.

F-NEWS hat bereits beschrieben, wie die Bundesregierung die Kriegswirtschaft zum Rettungsanker für die deutsche Wirtschaft erklärt. Die Profiteure stehen ebenfalls fest: Rheinmetall steigerte seinen Gewinn im ersten Halbjahr 2026 um 74 Prozent. Auch zivile Industrieunternehmen werden zunehmend in die Waffenproduktion gezogen.

Der neue Rekordetat zeigt, wohin die Prioritäten verschoben werden. Während Industriearbeitsplätze verschwinden, Infrastruktur verfällt und der Bundeshaushalt mit neuen Schulden aufgebläht wird, kennt die Aufrüstung kaum noch finanzielle Grenzen. Aus dem einstigen Sondervermögen ist der Einstieg in einen dauerhaft riesigen Militärhaushalt geworden.

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