In der spanischen Enklave Ceuta, umschlossen von Marokko, brodelt es. Am 9. September veröffentlichte die spanische Regierung bisher geheime Unterlagen. Sie zeigen: Der Geheimdienst warnte mindestens dreimal vor dem Massenansturm auf die europäische Außengrenze. Trotzdem geschah fast nichts.
Die Warnungen lagen auf dem Tisch
Bereits vor dem 30. Juli meldete der Geheimdienst Aufrufe zum Sturm über Zaun und Meer. Bis zu 180.000 Menschen konnten diese Botschaften in den sozialen Netzwerken lesen. Noch am 29. Juli ging eine konkrete Warnung bei den zuständigen Stellen ein.
Am 30. und 31. Juli kamen dann mehr als 70.000 Flüchtlinge nach Ceuta. Außenminister José Manuel Albares erklärte später, Hinweise auf dieses Ausmaß habe es nicht gegeben.
Madrid erklärt sich für überrascht
Ein spanischer Polizeibericht wirft den marokkanischen Grenzkräften „vollständige Nachgiebigkeit“ vor. Menschen sollen sogar in Richtung Grenze geleitet worden sein. Ministerpräsident Pedro Sánchez erkennt keinen Beweis für eine gelenkte Aktion. Vielleicht entschieden sich 72.000 Menschen nur zufällig für denselben Spaziergang.
Brüssel schickt das Geld
Noch immer sollen sich zwischen 5.000 und 10.000 Migranten in der kleinen Enklave befinden. Die Europäische Union stellt Spanien 114,7 Millionen Euro Soforthilfe bereit.
Der Geheimdienst warnte dreimal. Die Grenze hielt nicht. Nun bezahlt Europa die Folgen. Ceuta liegt zwar in Afrika. Wer dort den Zaun überwindet, steht jedoch bereits in der Europäischen Union. Danach beginnt keine Flucht mehr, sondern die Weiterreise nach Deutschland.
Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt Ceuta auch zu dir.








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