Wenn das Auto zum Denunzianten wird: Waymo-Robotaxi ruft Polizei wegen Sturmgewehr im Fond

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In San Francisco hat ein selbstfahrendes Waymo-Taxi zwei jugendliche Fahrgäste bei der Polizei gemeldet, nachdem die Bordkameras ein Sturmgewehr im Fahrzeug erfasst hatten. Das Auto hielt eigenständig auf dem Seitenstreifen und alarmierte die Behörden, wie die Los Angeles Times berichtet. Die Polizei sprach anschließend von einer „Verkehrskontrolle mit hohem Gefährdungspotenzial“ und nahm beide Insassen fest.

Bei der Waffe handelte es sich um eine sogenannte Geisterwaffe – selbst zusammengebaut, ohne Seriennummer und damit praktisch nicht rückverfolgbar. Genau gegen solche Waffen geht die US-Regierung seit Jahren vor, unter anderem gegen Schusswaffen aus dem 3D-Drucker. Wie wenig das bislang gefruchtet hat, zeigte sich schon Ende 2024, als ein US-Versicherungschef mit einer teils aus dem 3D-Drucker stammenden Tatwaffe erschossen wurde.

Festnahme nach nächtlicher Fahrt

Laut dem Polizeibericht des San Francisco Police Department gingen am 3. September kurz vor 4 Uhr morgens Meldungen ein, dass zwei Mitfahrer eines autonomen Fahrzeugs eine Waffe bei sich trügen. Bei der Kontrolle stellten die Beamten ein geladenes, selbstgebautes Sturmgewehr sicher. Zusätzlich fanden sie bei den beiden Jugendlichen – einer männlichen und einer weiblichen Person – mutmaßliches Marihuana und Pfefferspray.

Welcher Anbieter hinter dem Fahrzeug steckte, ließ die Polizei offiziell offen. Ein Waymo-Sprecher bestätigte der Los Angeles Times jedoch, dass es sich um eines ihrer Fahrzeuge handelte. Man habe einen „Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen unter Verwendung einer Schusswaffe“ registriert, das Fahrzeug daraufhin gestoppt und die Behörden informiert. Man arbeite vollständig mit der Polizei zusammen, hieß es weiter.

Die Kamera läuft immer mit

Offiziell dienen die Innenraumkameras der Waymo-Flotte harmlosen Zwecken: Anschnallgurt-Kontrolle, verlorene Gegenstände, Sauberkeit. Nach Unternehmensangaben werden die Aufnahmen nicht permanent von Mitarbeitern live gesichtet, laufen aber durchgehend im Hintergrund und werden bei Vorfällen ausgewertet. Dass in diesem Fall eine KI die Waffe erkannt und die Fahrt selbstständig abgebrochen hat, zeigt, wie weit die automatisierte Überwachung im Fahrzeuginneren inzwischen reicht – und wie beiläufig sie inzwischen hingenommen wird, solange am Ende ein handfester Fahndungserfolg steht.

Trainiert wird diese Erkennungssoftware mit dem gesammelten Videomaterial vergangener Fahrten. In Bundesstaaten mit strengeren Datenschutzregeln wie Kalifornien können Fahrgäste der Verwendung ihrer Aufnahmen für dieses KI-Training zumindest widersprechen. Ob ein solcher Widerspruch auch hierzulande möglich sein wird, dürfte spätestens dann eine Rolle spielen, wenn Waymo Ende 2027 den Betrieb in München aufnimmt.

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