Ein 16-Jähriger, der einen Anschlag auf den Wiener Westbahnhof geplant haben soll, ist erneut vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Wie die Kronen Zeitung berichtet, wurde der Jugendliche bereits zweimal verurteilt. Nun wird er überwacht. Die FPÖ erklärt, dafür seien täglich 20 Polizeibeamte nötig.
Der Fall begann im Februar 2025. Damals war der Junge erst 14 Jahre alt. Ermittler fanden nach Darstellung der Zeitung Skizzen des Westbahnhofs, Zeichnungen von Angriffen auf Passanten und Polizisten sowie eine Bombenanleitung. In einem Chat mit einem anderen IS-Anhänger kündigte er ein Blutbad an. Der Jugendliche wurde verurteilt und kam im vergangenen Herbst auf Bewährung frei.
Nur vier Wochen später wurde er erneut festgenommen. Er wollte sich dem Bericht zufolge ein Kampfmesser beschaffen; sein Cousin kaufte eines, während der Jugendliche vor dem Geschäft wartete. Auf seinem Handy fanden Ermittler Suchanfragen zu Messern, Macheten und Bomben. Im März 2026 stand er abermals vor Gericht und wurde ein zweites Mal schuldig gesprochen.
Auch in der Haft soll der inzwischen 16-Jährige den Attentäter von Villach verherrlicht haben. Eine Anstaltspsychologin hatte ihn laut Krone schon 2025 als „extrem gefährlich“ bezeichnet. Trotzdem wurde er Ende August vorzeitig entlassen. Warum die Justiz nach diesen Vorgängen erneut eine Entlassung für vertretbar hielt, bleibt der zentrale Punkt des Falls.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst spricht von „geeigneten Maßnahmen“. Über deren Umfang macht sie öffentlich keine näheren Angaben. Nach Darstellung der FPÖ wird der Jugendliche praktisch rund um die Uhr beobachtet; die Spezialeinheit Cobra sei auf Abruf. Die von der Partei genannte Zahl von 20 Beamten pro Tag ist eine politische Angabe und sollte als solche behandelt werden.
Reinhold Maier, stellvertretender Sicherheitssprecher der FPÖ und selbst Polizeigewerkschafter, kritisiert die beiden Entlassungsentscheidungen. Die Folgen müssten nun Polizisten tragen, sagt er. Sollte der von seiner Partei geschilderte Überwachungsaufwand zutreffen, bindet ein einziger Fall Tag für Tag erhebliche Kräfte der Polizei.







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