Nach einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister der AfD sind auf einer „aktivistischen“ Website Dateien aufgetaucht, die aus E-Mail-Postfächern der Partei stammen sollen. Der Angriff und die widerrechtliche Kopie von Teilen einiger Postfächer wurden von der AfD bestätigt. Ob die öffentlich präsentierten Dateien vollständig, unverändert und authentisch sind, ist damit nicht bewiesen. Die Inhalte sollten deshalb nicht als gesicherte Belege für politische Vorwürfe verbreitet werden.
Die Bundespartei erklärt, dass trotz der geringen Zahl betroffener Postfächer große Datenmengen abgeflossen seien. Sie habe die Betroffenen und die Datenschutzbeauftragte informiert, stehe mit Sicherheitsbehörden in Kontakt und habe sowohl den Angriff als auch die Veröffentlichung angezeigt. Die Partei bezeichnet den Vorgang als illegalen Angriff auf das Parteiensystem und die Demokratie.
Schon der Zugriff auf fremde Postfächer ist ein schwerer Angriff. Die anschließende Veröffentlichung angeblicher Parteikommunikation setzt noch einen drauf: Unbekannte bestimmen, welche Dateien sie präsentieren, wie sie sie sortieren und welche Deutung sie ihnen geben. Wer daraus sofort Schlagzeilen über angebliche Skandale baut, überspringt den entscheidenden Schritt der Prüfung.
Die AfD kritisiert zudem, dass auf der Website offenbar eine einfache KI die angeblich erbeuteten Dokumente nach Schlagworten auswerte und den Zusammenhang ausblende. Die bisher verbreiteten Vorwürfe hielten einer inhaltlichen Überprüfung nicht stand, so die Partei. Für einzelne Dateien ist öffentlich bislang weder die Herkunft noch ihre Unverändertheit unabhängig nachgewiesen.
Für die Veröffentlichungsseite liegen außerdem Nutzerberichte über eine Phishing-Warnung vor. Eine solche Warnung beweist weder, dass die Seite tatsächlich Zugangsdaten abgreift, noch sagt sie etwas über die Echtheit der dort gezeigten Dateien aus. Sie ist aber ein weiterer Grund, die Seite nicht leichtfertig aufzurufen und keine angeblichen Originaldateien von dort zu beziehen oder weiterzuverbreiten.
F-NEWS hat bereits über den Streit um die Auswertung gehackter Redaktionsdaten berichtet. Auch beim Berliner Datenleck war die Veröffentlichung entwendeter Informationen selbst Teil des Schadens. Im aktuellen Fall ist zunächst der illegale Angriff belegt. Alles, was die anonyme Website darüber hinaus behauptet, muss erst überprüft werden.








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