CDC hängt bei Abtreibungszahlen vier Jahre hinterher: Lebensschützer fordern Klarheit

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Im Jahr 2026 zeigt die US-Gesundheitsbehörde CDC auf ihrer Seite zur Abtreibungsüberwachung als jüngsten Bericht noch immer die Zahlen von 2022. Was nach dem Ende des landesweiten Abtreibungsrechts durch das Dobbs-Urteil in den Folgejahren geschah, lässt sich aus dieser amtlichen Reihe bislang nicht ablesen. Vier Lebensschutzorganisationen fordern die Behörde jetzt auf, den Rückstand zu beheben. Die Journalistin Kathryn Jean Lopez berichtet darüber in National Review.

Der offene Brief vom 14. Oktober ist an CDC-Direktorin Erica Schwartz gerichtet. Unterzeichnet haben ihn Vertreter von Americans United for Life, der Vereinigung lebensschützender Frauenärzte AAPLOG, den Christian Medical & Dental Associations und der Catholic Medical Association. Sie verlangen ein Gespräch mit der CDC und die Veröffentlichung des bereits erwarteten Berichts zu den Abtreibungen des Jahres 2023. Nach ihrer Darstellung wurde die Arbeit an diesem Bericht im vergangenen Herbst unterbrochen.

Die Gruppen wollen außerdem genauer wissen, wie Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaften erfasst werden. Die übliche Kennzahl der Müttersterblichkeit setzt Todesfälle ins Verhältnis zu Lebendgeburten. Das ist für internationale Vergleiche gebräuchlich. Wer Risiken nach einer Geburt, einer Fehlgeburt, einer Eileiterschwangerschaft oder einer Abtreibung getrennt untersuchen will, braucht aber zusätzliche Nenner und eine Zuordnung zu den verschiedenen Schwangerschaftsausgängen. Genau ein solches jährliches Dashboard fordern die Unterzeichner.

Sie schlagen vor, Todesfälle sowohl je Lebendgeburt als auch je Gesamtzahl der Schwangerschaften auszuweisen und die Ergebnisse nach dem Ausgang der Schwangerschaft zu trennen. Die internationale Kennzahl wollen sie ausdrücklich beibehalten. Es geht ihnen um zusätzliche US-Daten, mit denen Ärzte und Frauen die Risiken einzelner Situationen besser beurteilen könnten.

Auch die Angaben über Abtreibungen selbst sollen detaillierter werden: Einrichtung und Anbieter, Methode oder Medikament, Chargennummer eines Abtreibungspräparats, Ort des Eingriffs und relevante Vorerkrankungen. Der Brief verlangt dafür anonymisierte Daten und schließt die Erhebung identifizierender Patientendaten ausdrücklich aus. Die Meldungen der US-Bundesstaaten an die CDC sind bislang freiwillig. Schon die 2022er Statistik erfasste deshalb nicht alle Staaten vollständig.

Lopez kritisiert, dass politische Auseinandersetzungen über die Sicherheit von Abtreibungen geführt werden, während aktuelle amtliche Zahlen fehlen. Die Unterzeichner sehen darin ein Problem für die Aufklärung von Frauen und für die Untersuchung vermeidbarer Todesfälle. Aus der Datenlücke allein lässt sich allerdings weder eine bestimmte Zahl von Todesfällen durch Abtreibungen noch die Sicherheit einer Methode berechnen. Sie bedeutet zunächst, dass eine wichtige öffentliche Datengrundlage fehlt.

Diese Lücke fällt in eine Zeit, in der in den USA erneut über weitreichende Abtreibungsgesetze gestritten wird. F-NEWS berichtete über Pläne der US-Demokraten für eine bundesweite Regelung. Auch die Frage, wann eine angebliche Notlage zur bloßen Formsache wird, haben wir am Beispiel deutscher Abtreibungszahlen aufgegriffen. Wer mit dem Schutz von Frauen argumentiert, muss die nötigen Daten offenlegen und die Folgen des eigenen politischen Kurses messbar machen.

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