Corona-Impfdruck bei der Bundeswehr: Zwei Ex-Soldaten rechnen ab

|

|

·

„Ab da wusste ich, dass mein Tod der Bundeswehr egal ist – Hauptsache hundert Prozent Impfquote.“ Mit diesem Satz beschreibt der ehemalige Soldat Jan Reiners seinen Bruch mit der Bundeswehr. In einem von MWGFD veröffentlichten Gespräch berichten er und der frühere Soldat Michael Woitalla, wie sie die Corona-Impfung im Dienst verweigerten und welche Folgen das für sie hatte. Die Intensivkrankenschwester Sabrina Kollmorgen schildert, was ihr Soldaten damals an einer Hotline erzählten.

Ende 2021 nahm die Bundeswehr die Corona-Impfung in ihr Basisimpfschema auf. Für aktive Soldaten galt damit eine Duldungspflicht. Reiners sagt, ein Vorgesetzter habe den ungeimpften Männern seines Zuges bis 13 Uhr Zeit für die erste Spritze gegeben und andernfalls mit Konsequenzen wegen Befehlsverweigerung gedroht. Reiners habe trotzdem Nein gesagt. Eine frühere Atemnot nach einer anderen Impfung sei in seiner medizinischen Akte vermerkt gewesen; nach seiner Darstellung nahm eine Bundeswehrärztin seinen Hinweis nicht ernst.

Woitalla berichtet, er habe einer Truppenärztin schriftliche Fragen zu dem vorgesehenen Impfstoff gestellt und keine Aufklärung erhalten. Stattdessen schildert er Angst vor einer Impfung gegen seinen Willen. Beide Männer sprechen von Dienstausübungsverboten, Verfahren und finanziellen Verlusten. Woitalla sagt, er sei degradiert und aus der Bundeswehr entlassen worden. Das sind ihre persönlichen Darstellungen; die einzelnen Vorgänge und medizinischen Zusammenhänge lassen sich aus dem Gespräch allein nicht unabhängig prüfen.

Kollmorgen beschreibt den Druck auf Soldaten, die sich nicht impfen lassen wollten. Sie habe auch mit schwangeren Soldatinnen gesprochen, die wegen der Anordnung um sich und ihre Kinder fürchteten. Zugleich kritisiert sie, wie während der Corona-Zeit mit schwer kranken Patienten und widersprechendem Klinikpersonal umgegangen worden sei. Im Gespräch fordern alle drei eine Aufarbeitung der damaligen Entscheidungen und eine Rehabilitierung der Betroffenen.

Die Bundeswehr selbst bestätigt, dass sie die Corona-Impfung im November 2021 zur duldungspflichtigen Basisimmunisierung machte. Im Mai 2024 hob Verteidigungsminister Boris Pistorius die allgemeine Duldungspflicht wieder auf; seither wird die Impfung empfohlen. Für Reiners und Woitalla erledigt dieser Schritt ihre Fälle nicht. Was ihnen durch Verfahren, verlorene Bezüge und den Bruch mit ihrem Beruf genommen wurde, gibt eine spätere Änderung der Vorschrift nicht zurück.

F-NEWS berichtete bereits über Winfried Straubs Schilderung des Corona-Impfdrucks und über die neue Pflichtmusterung trotz erklärter Ablehnung des Wehrdienstes. Das vollständige Gespräch mit Jan Reiners, Michael Woitalla und Sabrina Kollmorgen ist bei „Geimpft, geschädigt, geleugnet“ dokumentiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert