Im KI-Zeitalter wird ausgerechnet das Magnetband zum begehrten Speicher. Fujifilm will seine Produktionskapazität bis zum Geschäftsjahr 2028 verfünffachen. Wie ComputerBase unter Berufung auf Nikkei berichtet, sind dafür zehn Milliarden Yen vorgesehen, umgerechnet rund 57 Millionen Euro. Das Geld soll vor allem in das japanische Werk Odawara fließen. Es wäre Fujifilms größter Ausbau der Magnetbandproduktion seit rund 20 Jahren.
Der Grund ist schlicht die Datenmenge. KI-Rechenzentren brauchen nicht nur schnelle Chips und Speicher für den laufenden Betrieb. Sie müssen auch riesige Bestände aufbewahren, auf die nur selten zugegriffen wird. Für solche Archive und Sicherungskopien muss es keine teure SSD sein. Der Milliardenboom der KI-Infrastruktur erreicht damit eine Technik, die viele längst abgeschrieben hatten.
Was moderne Bänder leisten, zeigt Fujifilms LTO-10-Kassette mit 40 Terabyte, deren Auslieferung im Januar 2026 begann. Die oft genannten 100 Terabyte gelten nur bei entsprechender Datenkompression. Ohne sie sind es 40 Terabyte. Bereits komprimierte Dateien lassen sich nicht beliebig weiter verkleinern. Die größere Zahl ist deshalb kein Fassungsvermögen, das sich für jeden Datenbestand erreichen lässt.
Das Prinzip ähnelt einer Kassette: Daten werden auf ein magnetisch beschichtetes Band geschrieben. Zum Lesen muss ein Laufwerk erst die passende Stelle anfahren. Eine SSD findet einzelne Dateien erheblich schneller. Wer einen alten Datenbestand nur selten zurückholen muss, kann mit dieser Wartezeit leben. Für den ständigen schnellen Zugriff während des KI-Betriebs bleibt das Band ungeeignet.
Dafür benötigt eine ausgelagerte Bandkassette selbst keinen Strom und kann physisch vom Rechnernetz getrennt werden. Ein Netzwerkeinbruch erreicht diesen getrennten Datenträger dann nicht unmittelbar. Das macht solche Kopien für die Wiederherstellung nach Angriffen interessant. Wie empfindlich digitale Dienste auf Ausfälle reagieren, zeigte zuletzt der Verlust von Amazon-Rechenzentren in Bahrain.
Laut dem Nikkei-Bericht können die Speicherkosten auf Band bei einem Viertel der Kosten von Festplatten liegen. Während der KI-Boom immer leistungsfähigere Rechner verlangt, lohnt sich für deren Archive offenbar eine sehr alte Idee: Daten auf ein Band schreiben und es anschließend ins Regal stellen.








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