Die integrierten Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland sind 2025 erneut kräftig gestiegen – und zwar schneller als im Jahr zuvor. Nach einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis, Pressemitteilung Nr. 378 vom 29. Oktober 2026) lag die kommunale Verschuldung einschließlich Beteiligungen beim nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2025 bei 378,9 Milliarden Euro. Das entspricht 4.907 Euro pro Kopf.
Gegenüber dem Jahresanfang 2025 summiert sich der Anstieg auf 9,9 Prozent. 2024 hatte das Plus noch 6,3 Prozent betragen. Treiber sind vor allem die kommunalen Kernhaushalte (+15,5 Prozent) und Extrahaushalte (+14,7 Prozent). Die Schulden der Beteiligungen an sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen wuchsen um 4,5 Prozent. Destatis verweist darauf, dass die Kommunen 2025 im zweiten Jahr in Folge ein Rekorddefizit aufwiesen.
Pro Kopf stehen hessische Kommunen mit 6.763 Euro an der Spitze, gefolgt vom Saarland mit 6.408 Euro. Am unteren Ende liegen Brandenburg (2.733 Euro), Sachsen (3.338 Euro) und Thüringen (3.692 Euro). Absolute Zuwächse gab es 2025 in allen Flächenländern; am stärksten in Niedersachsen (+13,3 Prozent) und Baden-Württemberg (+13,1 Prozent), am schwächsten im Saarland (+2,3 Prozent) und in Thüringen (+2,9 Prozent). Im Saarland greift weiterhin der Saarlandpakt zur Übernahme von Kassenkrediten; Thüringen ist laut Destatis das einzige Land mit rückläufigen Kernhaushaltsschulden (−5,3 Prozent).
Die Zahlen sind eine integrierte Modellrechnung: Neben Kern- und Extrahaushalten werden Schulden öffentlicher Fonds, Einrichtungen und Unternehmen den Kommunen nach Stimmrechtsanteilen zugeordnet. Haftungsrisiken lassen sich daraus nicht ablesen, und Stadtstaaten fehlen, weil sie der Länderebene zugerechnet werden. Für den Vergleich mit der EU-Schuldenstatistik taugt der aggregierte Stand – außer bei den Kernhaushalten – nicht.
Während der Bund Sonderschulden für Infrastruktur und Bundeswehr auffährt, rutschen die Kommunen tiefer in die Kreditfalle – genau dort, wo Straßen, Schulen und Schwimmbäder tatsächlich liegen. F-NEWS hatte bereits über die Finanznot vieler Kommunen und den wachsenden gesamtdeutschen Schuldenberg berichtet. Die neue Destatis-Rechnung zeigt: Auch jenseits der Kernhaushalte wächst die Last, und das Tempo zieht an.








Schreibe einen Kommentar