Das Kreuz verschwindet aus Österreichs Klassenzimmern

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In Oberösterreich gilt eine klare Vorschrift: In den Klassenräumen der Pflichtschulen muss ein Kreuz hängen. Eine Kontrolle in Wels zeigt jedoch, was solche Vorschriften wert sind, wenn niemand ihre Einhaltung prüft. In 117 von 238 untersuchten Klassenräumen fehlte das christliche Symbol. Das ist fast jeder zweite Raum.

117 Kreuze fehlten

Wie Heute berichtet, wurden während der Sommerferien sämtliche 238 Klassenräume der Welser Volks-, Mittel- und Sonderschulen sowie der polytechnischen Schulen überprüft. In 117 Räumen hing kein Kreuz. Außerdem fehlten 187 Bundeswappen, 192 Landeswappen sowie mehrere vorgeschriebene Bilder des Bundespräsidenten und des Landeshauptmanns.

Die Stadt Wels ließ die fehlenden Kreuze inzwischen nachrüsten. Damit wurde kein religiöser Sonderwunsch erfüllt, sondern geltendes Recht umgesetzt. Paragraf 55 des oberösterreichischen Pflichtschulorganisationsgesetzes verpflichtet den gesetzlichen Schulerhalter, die betreffenden Klassenräume mit einem Kreuz auszustatten.

Eltern sollen fehlende Kreuze melden

Nach dem Ergebnis aus Wels wird jetzt auch in Linz genauer hingesehen. FPÖ-Stadtrat Michael Raml ruft Eltern von Pflichtschülern auf, fehlende Kreuze zu melden. Er will den Hinweisen nachgehen. Bereits Anfang 2025 hatten Eltern berichtet, dass Kreuze in mehreren Linzer Schulen fehlten oder abgehängt worden waren.

Die FPÖ Linz erklärte im Mai 2026, in mehreren städtischen Schulen seien Kruzifixe eigenmächtig abgehängt worden und anschließend spurlos verschwunden. Wer dafür verantwortlich war, ist nicht geklärt. Einen Beleg dafür, dass muslimische Schüler die Kreuze entfernten oder mitnahmen, gibt es bislang nicht.

Die Stadt Linz bestätigte die umfangreiche Ersatzbeschaffung. Insgesamt sollten rund 300 von der Lebenshilfe gefertigte Kreuze an Linzer Schulen ausgeliefert werden. Schulen und Schulwarte wurden ausdrücklich aufgefordert, die Kreuze anzubringen und dort zu belassen.

Der oberösterreichische Integrationslandesrat Christian Dörfel von der ÖVP erklärt das Kreuz im Klassenzimmer für nicht verhandelbar. Es gehe um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und um die kulturellen Grundlagen des Landes. Auch die Kronen Zeitung greift die neue Kontrolldebatte auf.

Die Sache ist einfacher, als ihre Gegner sie darstellen. Wer die gesetzliche Kreuzpflicht abschaffen will, muss dafür politisch eine Mehrheit suchen. Kreuze still abzuhängen oder einfach nicht mehr anzubringen, ist kein gesellschaftlicher Fortschritt. Es ist die lautlose Missachtung einer Vorschrift durch genau jene Einrichtungen, die Kindern die Bedeutung von Regeln vermitteln sollen.

Der Vorgang bekommt zusätzliche Schärfe, weil Österreich gleichzeitig um die Durchsetzung des neuen Kopftuchverbots ringt. F-NEWS berichtete über bereits 55 Behördenfälle nach zwei Schulwochen. Während Familien offen gegen diese Regelung vorgehen, verschwinden christliche Symbole in großer Zahl aus den Klassenräumen. Ein Staat, der seine eigenen Vorschriften ernst nimmt, darf weder beim Kreuz noch beim Kopftuch wegsehen.

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