Eine Welt ohne Arbeitszwang klingt nach einem Versprechen. Markus Krall sieht darin auch eine Gefahr. Im Gespräch mit Helmut Reinhardt bei Politik Spezial geht es um die Folgen einer Zukunft, in der künstliche Intelligenz und Roboter nahezu sämtliche Arbeiten übernehmen. Der Mensch könnte materiell versorgt sein und trotzdem seine Aufgabe verlieren.
Das rund 17 Minuten lange Interview dreht die übliche KI-Debatte um. Es geht nicht nur darum, welche Berufe verschwinden. Krall und Reinhardt diskutieren, was aus Wettbewerb, wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem bisherigen Geldsystem würde, wenn Maschinen Güter im Überfluss produzieren. Damit steht auch die Vorstellung zur Debatte, ein Einkommen ohne Arbeit löse die gesellschaftlichen Probleme bereits.
Als Warnbild dient das Mäuseexperiment „Universe 25“ des Verhaltensforschers John B. Calhoun. Obwohl Nahrung und geschützte Lebensbedingungen vorhanden waren, brach die Population zusammen. Krall zieht den Vergleich zur möglichen Überflussgesellschaft: Braucht der Mensch Herausforderungen, um seinem Leben einen Sinn zu geben?
Calhouns 1973 veröffentlichter Bericht beschreibt allerdings Tiere in einem begrenzten Lebensraum, zunehmende soziale Störungen und ausbleibenden Nachwuchs. Unbegrenzte Nahrung bedeutete dort nicht unbegrenzten Platz oder funktionierende Beziehungen. Das Experiment untersuchte weder künstliche Intelligenz noch die Folgen eines Grundeinkommens beim Menschen. Im Gespräch dient es als Analogie, nicht als Nachweis eines bevorstehenden menschlichen Untergangs.
Die wirtschaftliche Seite dieser Debatte hat F-News bereits anhand der Prognosen des Zukunftsforschers Pero Mićić zum Ende des Angestelltenzeitalters aufgegriffen. Eine andere Antwort ist das von Elon Musk beworbene universelle Einkommen. Kralls Einwand setzt früher an: Materieller Überfluss beantwortet noch nicht, wofür der Mensch morgens aufsteht.








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