Martin Sichert warnt vor der staatlichen Organabgabe

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Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert hat die geplante Widerspruchslösung bei der Organspende scharf zurückgewiesen. In seiner Rede im Bundestag warnte er davor, Schweigen zur Zustimmung umzudeuten und damit jeden Bürger zunächst zum möglichen Organspender zu erklären.

Anlass war die erste Beratung über zwei Gesetzentwürfe zur Einführung der Widerspruchslösung. Einen Entwurf tragen 254 Abgeordnete aus Union, SPD, Grünen und Linken. Ein weiterer kommt vom Bundesrat. Wer keine Erklärung hinterlegt und zu Lebzeiten keinen Widerspruch geäußert hat, könnte nach der geplanten Regelung grundsätzlich als Spender infrage kommen. Angehörige sollen weiterhin dazu befragt werden, ob ihnen ein entgegenstehender Wille bekannt ist.

Sichert hält diesen Ansatz für einen Angriff auf Selbstbestimmung, Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit. Seine zentrale Botschaft lautet: „Spenden sind immer freiwillig. Mit der Widerspruchslösung würde aus der Organspende eine Organabgabe.“ Der Staat dürfe fehlenden Widerspruch nicht als Einwilligung behandeln.

Zu Beginn seiner Rede schilderte Sichert den Fall einer schwangeren Frau, die elf Wochen vor der Geburt ihres Kindes für hirntot erklärt worden war. Ihr Körper hielt die Schwangerschaft weiter aufrecht, später setzten Wehen ein und das Kind kam zur Welt. Sichert stellte damit die Frage, wie eindeutig die Grenze zwischen Leben und Tod beim Hirntod tatsächlich sei und was ein betroffener Mensch noch wahrnehmen könne.

Er verwies außerdem auf Berichte über fehlerhafte Hirntoddiagnosen und warnte, dass bei Organspendern die palliative Behandlung durch organerhaltende Intensivmedizin ersetzt werde. Der Mensch dürfe dabei nicht zum bloßen Objekt werden, dessen Körper für eine möglichst erfolgreiche Entnahme vorbereitet wird.

Die Befürworter begründen die Widerspruchslösung mit dem Mangel an Spenderorganen. Nach Angaben des Bundestages standen 2025 insgesamt 8.199 Patienten auf der Warteliste, während 985 Menschen Organe spendeten. Die bisherige Entscheidungsregelung habe die Zahlen nicht nachhaltig erhöht. Sichert lässt dieses Argument nicht gelten: Eine medizinische Notlage anderer Menschen schaffe kein Verfügungsrecht des Staates über den eigenen Körper.

Als Alternative fordert der AfD-Abgeordnete eine stärkere Förderung von Organen, die aus körpereigenem Gewebe im Labor gezüchtet werden. Damit könnten langfristig nicht nur mehr Organe verfügbar werden, sondern auch Abstoßungsreaktionen und die lebenslange Einnahme starker Medikamente verringert werden.

F-News hat die grundsätzliche Frage nach dem Schutz menschlichen Lebens bereits in dem Beitrag „Mord bleibt Mord, auch wenn man dazu Organspende, Abtreibung oder Sterbehilfe sagt“ aufgegriffen. Sicherts Rede führt diese Kritik im Bundestag fort. Menschen sind kein staatliches Ersatzteillager, und eine Spende ohne ausdrückliche Zustimmung ist keine Spende.

Quelle: Deutscher Bundestag und AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag

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