NRW-Jugendhilfe: 103 tote Kinder, keine systematische Ursachenanalyse

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In staatlich beaufsichtigten Jugendhilfeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen sind innerhalb von vier Jahren 103 Minderjährige gestorben. Die Landesjugendämter werten die Ursachen jedoch nicht systematisch aus. Das berichtet der WDR unter Berufung auf Behördenstatistiken und eigene Recherchen. Die Zahl bezeichnet Todesfälle insgesamt, nicht 103 Suizide.

Für 2024 wurden zudem mehr als 520 Fälle von Suizidversuchen, Suizidgefährdungen und Selbstverletzungen gemeldet. Diese zusammengefasste Zahl darf ebenfalls nicht als Zahl der Suizidversuche allein gelesen werden. Die Meldungen steigen dem WDR zufolge seit 2013 fast durchgehend.

Die Einrichtungen müssen schwere Vorfälle melden. Dem WDR liegen detaillierte Berichte vor. In den Statistiken fehlen aber Angaben etwa zum Alter der verstorbenen Kinder und zu den Todesursachen. Der Landschaftsverband Rheinland erklärt, eine Auswertung der Einzelakten erfordere einen hohen Ressourcenaufwand, der derzeit nicht geleistet werden könne.

Das NRW-Familienministerium erklärte auf eine SPD-Anfrage dennoch, strukturelle Probleme in den Einrichtungen ausschließen zu können. Ministerin Verena Schäffer (Grüne) lehnte ein WDR-Interview ab. Schriftlich verweist das Ministerium auf sorgfältige Einzelfallprüfungen; für eine weitergehende statistische Auswertung bestehe bisher keine Grundlage.

F-News berichtete bereits über Aufklärungsforderungen nach einem schweren Vorfall in der Wiener Jugendhilfe und Lücken beim institutionellen Kinderschutz. In NRW bleibt offen, welche gemeinsamen Risiken sich aus den gemeldeten Fällen erkennen ließen.

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