Die Behauptung könnte kaum größer sein. Der frühere US-Luftwaffenanalyst und Geheimdienstmitarbeiter Dylan Borland sagt, die amerikanische Regierung besitze geborgene Flugobjekte unbekannter Herkunft. Nicht irgendwann, nicht vielleicht und nicht nur als Gerücht. Auf die direkte Frage von Sean Hannity, ob er dies als Tatsache wisse, antwortete Borland ohne Ausflüchte mit Ja.
Hannity fragte in seinem am 24. September veröffentlichten Gespräch ausdrücklich, ob die Regierung geborgene Flugobjekte besitze. Borlands Antwort lautete: „Ja, das tut sie.“ Als Hannity nachhakte, ob er dies tatsächlich wisse und trotz seiner Geheimhaltungsverpflichtungen sagen könne, bestätigte Borland seine Aussage erneut. Das vollständige Gespräch mit Borland und dem UAP-Forscher Ben Hansen dauert mehr als anderthalb Stunden.
Borland ist kein anonymer Internetnutzer, der ein unscharfes Licht am Himmel gesehen haben will. Nach seiner schriftlichen Aussage vor dem US-Repräsentantenhaus diente er von 2010 bis 2013 als Spezialist für Geodatenaufklärung bei der US Air Force. Später arbeitete er unter anderem als leitender Analyst für BAE Systems und Intrepid Solutions. Zu seinen Aufgaben gehörte die Auswertung von Videoaufnahmen, Radar- und elektrooptischen Daten zur Identifizierung von Luft-, See- und Bodenzielen.
Im September 2025 sagte Borland unter Eid vor einem Ausschuss des Kongresses aus. Er bezeichnete sich als Hinweisgeber mit unmittelbarer Erfahrung mit Fluggeräten und Technologien, die nach seiner Darstellung nicht aus bekannten amerikanischen Programmen stammen. Zudem erklärte er, dem Generalinspekteur der US-Geheimdienste und dem Pentagon-Büro AARO bereits Informationen übergeben zu haben.
Seine Geschichte beginnt mit einer angeblichen Sichtung auf der Langley Air Force Base im Sommer 2012. Gegen 1.30 Uhr nachts habe er ein ungefähr 30 Meter langes dreieckiges Objekt gesehen, das aus der Nähe eines NASA-Hangars gekommen sei. Es soll sich ihm bis auf etwa 30 Meter genähert und mehrere Minuten lautlos über ihm befunden haben. Borland beschrieb die Oberfläche als flüssig oder sich dynamisch verändernd. Sein Telefon sei gestört worden. Anschließend sei das Objekt innerhalb weniger Sekunden auf die Höhe von Verkehrsflugzeugen gestiegen, ohne hörbaren Antrieb, Wind oder sonstige erkennbare Luftbewegung.
Diese Schilderung beweist noch nicht, dass die US-Regierung außerirdische Technik besitzt. Sie zeigt aber, dass Borland seine Aussagen nicht erst für Hannitys Sendung erfunden hat. Er hat seinen Namen, seinen beruflichen Hintergrund und seine Schilderung offiziell beim Kongress hinterlegt. Nun geht er einen Schritt weiter und behauptet öffentlich, dass tatsächlich Flugobjekte geborgen wurden.
Die Frage lautet deshalb nicht mehr nur, was Borland gesehen haben will. Entscheidend ist, worauf er seine heutige Gewissheit stützt. Hat er Akten gelesen, Aufnahmen ausgewertet, mit unmittelbar Beteiligten gesprochen oder selbst Material gesehen? Genau an dieser Stelle endet bislang das öffentlich Sagbare. Borland verweist auf Geheimhaltungspflichten, während die Regierung nur einen eng begrenzten Gesprächskanal geöffnet hat.
Das US-Kriegsministerium erließ im September eine rechtliche Ausnahme für aktive und ehemalige Militärangehörige, Beamte und Auftragnehmer. Sie dürfen geschützte UAP-Informationen an Vertreter des Regierungsprogramms PURSUE weitergeben, ohne dadurch automatisch gegen frühere Geheimhaltungsvereinbarungen zu verstoßen. Die Erlaubnis gilt jedoch nur für diesen internen Kanal. Sie gestattet weder eine offene Aussage vor der Presse noch die Veröffentlichung von Dokumenten oder Bildern.
Damit sammelt erneut die Regierung selbst jene Informationen ein, deren Geheimhaltung ihr seit Jahrzehnten vorgeworfen wird. Borland, der frühere Geheimdienstmitarbeiter David Grusch und der ehemalige Analyst Matthew Brown verlangen deshalb eine weitergehende Freigabe für öffentliche Aussagen. Ohne eine solche Genehmigung bleibt das bekannte Spiel bestehen. Hinweisgeber dürfen hinter verschlossenen Türen reden, während die Bevölkerung anschließend nur jene Bruchstücke sieht, die Behörden nach eigener Prüfung freigeben.
F-News berichtete bereits über Gruschs Vorwurf eines milliardenschweren UFO-Schattenhaushalts außerhalb wirksamer Kongresskontrolle. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte das Pentagon zudem 15 weitere UAP-Videos. Sechs kugelförmige Objekte blieben nach der amtlichen Auswertung ungeklärt. Die Behörden räumen damit selbst ein, dass militärische Sensoren Phänomene erfassen, die sie nicht abschließend identifizieren können.
Borlands neue Aussage geht weit über ungeklärte Radarbilder hinaus. Sollte sie stimmen, wären die jahrzehntelangen Erklärungen über Ballons, Messfehler und atmosphärische Erscheinungen nur die sichtbare Oberfläche einer viel größeren Geheimhaltung. Sollte sie falsch sein, muss geklärt werden, warum ein ehemaliger Geheimdienstanalyst unter seinem Namen und nach einer Aussage vor dem Kongress eine derart konkrete Behauptung verbreitet.
Der nächste Schritt kann daher nur die Freigabe überprüfbarer Belege sein. Fotos, technische Berichte, Materialanalysen, Standorte und die Namen verantwortlicher Programme gehören auf den Tisch. Eine Regierung, die Transparenz verspricht, darf Hinweisgeber nicht in einen internen Kanal lotsen und anschließend selbst entscheiden, welche Teile ihrer Aussagen die Öffentlichkeit erfahren darf.
Wenn Donald Trump es mit der angekündigten Offenlegung ernst meint, muss er Borland und andere Zeugen von den entscheidenden Geheimhaltungspflichten entbinden. Bis dahin steht eine gewaltige Aussage im Raum, aber der Beweis bleibt hinter den Türen jener Behörden, denen die Vertuschung vorgeworfen wird.
Quellen: Fox News, US-Repräsentantenhaus und US-Kriegsministerium







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