Weidel: Wir wollen auch einen Diesel-Deal!

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Alice Weidel verlangt einen deutschen Diesel-Deal nach dem Vorbild der USA. In einer Presseerklärung der AfD-Bundestagsfraktion mit Tino Chrupalla greift sie damit den Kurs der Bundesregierung an. Der Anlass ist Donald Trumps Vereinbarung mit Wladimir Putin über russischen Diesel: Washington lockert dafür eigene Sanktionen, während Berlin am Ausschluss russischer Energielieferungen festhält.

Trump kündigte am 9. Oktober an, Russland werde zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel für den amerikanischen und den internationalen Markt bereitstellen. Für November stellte er weitere 500.000 Tonnen in Aussicht, danach eine Million Tonnen. Das sind Ankündigungen, keine bereits belegten Liefermengen. Das amerikanische Finanzministerium hat mit der Generallizenz 135 Geschäfte mit Diesel russischer Herkunft vorübergehend erlaubt. Die Freigabe gilt nach dem veröffentlichten Dokument bis zum 7. April 2027.

Weidel begrüßte den Schritt bereits auf X. Sie wirft Kanzler Friedrich Merz vor, Deutschland mit Sanktionen und teurem Flüssiggas zu schädigen, während Trump die Versorgung seines Landes in den Mittelpunkt stelle. Ihre Forderung läuft darauf hinaus, die deutsche Energiepolitik wieder nach Preis und Verfügbarkeit auszurichten, statt russische Lieferungen grundsätzlich auszuschließen.

Für Deutschland wäre ein solcher Kurswechsel nicht mit einem Anruf in Moskau erledigt. Die US-Freigabe ändert weder die europäischen Sanktionen noch deutsche Entscheidungen über den Bezug russischer Energie. Gerade deshalb richtet sich Weidels Vorstoß an die Bundesregierung: Sie müsste sich in Berlin und Brüssel politisch für andere Regeln einsetzen.

Die Debatte trifft auf einen angespannten Ölmarkt. F-NEWS berichtete bereits über die Abschaltung einer saudischen Ausweichpipeline. Für Speditionen, Landwirte und Pendler sind hohe Dieselpreise keine abstrakte geopolitische Größe, sondern eine laufende Rechnung. Ob Trumps angekündigte Mengen den Preis tatsächlich spürbar drücken, lässt sich aus der bloßen Einigung noch nicht ableiten.

Weidel hat die hohen Energiekosten schon zuvor zum Angriffspunkt gegen Merz gemacht. In der Generaldebatte des Bundestages verlangte sie unter anderem niedrigere Steuern auf Benzin und Diesel und kritisierte den Verzicht auf russisches Pipelinegas. Nun kann sie auf Washington zeigen: Dort werden Sanktionen für Diesel gelockert, wenn die Versorgung teuer wird. In Deutschland bleibt diese Möglichkeit politisch tabu.

Die vollständige Presseerklärung von Alice Weidel und Tino Chrupalla:

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